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Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur · 1914-06-01 · 1 (1.6.1914) · p. Seite 16

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Journal
Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
Volume
1 (1914)
Issue
1 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 dessen Äußerung über die .Schmach dM Jahrhundert«" eingehend geprüft wird. Den Beschluß machen Ludwig Kossuth, der 1848 die rolle Gleichberechtigung durchsetzte, und KSnig Eduard VTL von England, dessen Philosemitismua zahlreiche Belege erweisen. Im zweiten Teil des Büches kommen Forscher and Gelehrte zu Worte. Er behandelt Kants Beziehungen zu Markus Herz, Lazarus Bendavid. Solomon Maimon und Moses Mendelssohn, erinnert an einige Freunde und Anhänger Schopenhauers und endet mit Alexander von Humboldt, der 1842 reaktionären Umtrieben in Preußen energisch entgegentrat. Der dritte Abschnitt ist berühmten Schriftstellern gewidmet Von Wieland und Herder gibt er hauptsächlich beider Verhältnis zu Mendelssohn. Unland durfte kaum in das Werk'hineingehören, da von Qua nur zwei Briefe an den Württembergischen Kirchenrat Wassermann mitgeteilt werden, die eingesandte literarische Proben beurteilen. Gleich seltsam berührt das Kapitel Ober Hauff, das fast ausschließlich Antisemitika vorträgt. Der letzte Absatz beschäftigt sich mit Tolstoi, der In dea Juden Kinder eines Gottvaters erblickt und die Politik der russischen Regierung mit Abscheu verwirft. ' Das Werk, das wohl «de Kohuts Schriftstellern überhaupt keine ernsten wissenschaftlichen Aspirationen verfolgt, wird mit seinem reichen Material gute Dienste leisten: die Belesenheit des Verfassers, seine Kunst. Verborgenes zu entdecken und Entlegenes aufzuspüren, bewahrt sich darin in vollem Maße. Man mochte ihm Verbreitung und Anerkennung desto aufrichtiger gönnen, wäre es nur in einem besseren, geschmackvolleren Deutsch geschrieben. Wer seine Lust findet an unfreiwillig humoristischen Phrasen, an gut gemeinten, doch höchst ulkig verunglückten Vergleichen, kommt leider bei der Lektüre reichlich auf seine Kosten. Leipzig. Dr. R. Lewis. Religionsphilosophie. Rudolf Eucken, Zur Sammlung der Geister. VIII und 151 S. Leipzig. Quelle & Meyer 1913. Die unmittelbar praktische, auf Lebensreform eingestellte Tendenz der Philosophie Rudolf Euckens tritt in diesem Buche mit besonderer Deutlichkeit ans Licht. Der deutsche Geist, seine Lage in der Gegenwart, seine weltgeschichtliche Aufgabe und die große Gefahr, in der er gerade heutigen Tages schwebt da er dem Qun eigenen Wesen sich zu entfremden scheint, bilden den Inhalt dieser Schrift, die Stimmung, die in ihr flutet ist die Besorgnis des Patrioten, dem die Einzigartigkeit des deutschen Geistes außer Frage steht der in ihm eine der edelsten, wenn nicht die vornehmste Offenbarung menschheitlichen Wesens erfaßt, dabei aber von ernster Sorge erfüllt ist, wie er bei der ihm in unserer Zeit drohenden Verflüchtigung und Zersplitterung seines tiefsten Gehaltes nicht verlustig gehe. Diese Art zeigt in der ajnsvschutterlichen Hingebung des Glaubens an die Macht und das Recht des Geistes gegenüber allen materialistischen and mechanistischen

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