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Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur · 1914-06-01 · 1 (1.6.1914) · p. Seite 13

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Journal
Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
Volume
1 (1914)
Issue
1 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Zeitalter mit seinem Denken und Empfinden, seinen Sitten und Gewohnheiten aufsteigen lassen. Allenthalben sind erklärende Anmerkungen beigefügt. Sie sind mitunter etwas knapp gefaßt; nach darüber ließe sich streiten, ob in Omen Halevys wissenschaftliche Autorität nicht zu bedingungslos anerkannt wird. Der Lehrer, der sich auf seinen Unterricht vorbereitet, wird das Buch trefflich verwenden können. Eine Erörterung darüber, ob es sich in der Hand des Schülers gleich nützlich macht, dürfte an weh führen. Leipzig. Dr. R Lewin. Albert Satz. Biographische Charakterbilder aus der jüdischen Geschichte und Sage. 255 S. 8°. Berlin-Schöneberg. Verlag von R Jacobsthal & Co. 1913. Das Buch, im Jahre 1905 erstmalig erschienen, nunmehr um eine Skizze erweitert, liegt in zweiter Auflage vor. Es will seinem Vorwort gemäß als ein Beitrag aufgefaßt sein zur Aufklärung Uber das talmudische Schrifttum. . Seiner gänzlichen Verkennung, seiner grundlosen Anfeindung will es begegnen, seine unvoreingenommene Beurteilung ermöglichen. Dafür erachtet es eine Bekanntschaft mit seinen Urhebern für nötig, mit ihrer Zeit und ihren Beziehungen zur Umweh. Ihr Seelenleben dem gebildeten Mann sowie der reiferen Jugend nahezubringen, hierin sieht es seine Bestimmung, v Der Verfasser fügt dreizehn Lebensbilder aneinander, die er insgesamt dem Zeitalter der Mischna entnimmt. Er setzt mit Esra ein. geht zu Hfllel und Schammai über, führt die beiden Gamliel und Jochanan ben Sakkai nebst dessen Schülerkreis vor und schließt mit den Zeitgenossen des Barkochbanischcn Aufstandes. Er schreibt ihre Biographie, reich illustriert durch Anekdoten und Sentenzen, Er hat nicht daran genug, ihre Persönlichkeit, ihren Charakter zu erfassen: er sucht zu zeigen, wie sie aus ihrer Zeh erwuchsen, zu schwebenden Fragen Stellung nahmen, in die politischen Verhältnisse eingriffen, die außerjüdische Kultur beurteilten. Dm wandelt dabei nicht der Ehrgeiz an. den strengen Erfordernissen kritischer Geschichtsschreibung zu genügen. Mag er auch in der Regel gewissenhaft seine Belegstellen notieren, mag er selbst einmal das schüchterne Experiment wagen, gegen Graetz zu polemisieren, im ganzen spürt man, daß er sich bewußt ist, nicht für die Wissenschaft, sondern eben für die reifere Jugend zu Schriftstellern. Wie sich Darstellung und Stil ihrem Verständnis anpassen, so nickt minder die Tendenz, die. ohne Ungünstiges zu verschweigen, beschönigt und harmonisiert, zu erheben und mitzureißen und zu begeistern sucht. Ein Anhang bringt vierzehn Legenden des Midrasch, ziemlich wörtlich übertragen. Zweimal (S. 192 und S. 213) begegnet in ihnen die Gestalt des Satan, die meines Erachtens in Jugendschriften unbedingt fortbleiben müßte; dem jüdischen Religionslehrer bereitet ihr Vorkommen in der Bibel Schwierigkeiten genug, die man nicht zwecklos vermehren sollte: derartige Gleichnisse werden entweder mit leichter Mühe umgeändert oder, wo das nicht möglich ist, ohne erheblichen Schaden weggelassen. Den Schluß bilden zwei homilienartige Aufsätze .Der ewige Jude" und .Ich bin Salomo",

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