Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Journal
- Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 fassung und Glanben. indem er die Abweichungen vom Pharisäismus eindringlich hervorhebt. Eschelbacher stellt in einer ansprechenden Studie allerlei Gedanken und Anregungen über die Predigt im Judentum zusammen. Rosenmann zeichnet das Lebensbild David Heinrieb Müllers; man muß es der begeisterten Verehrung des Schülers zugute halten, daß sie in ihrem Überschwang ein wenig über das Ziel hinausschießt. Abrahams plaudert über Wanderungen im Mittelalter; der Aufsatz, dem man anmerkt, wie sehr •ein Verfasser ans dem Vollen schöpft, gewährt einen willkommenen Einblick in die inneren Verhältnisse der Juden. Borchardt steuert eine Novelle bei, betitelt .Der Meschummed*; Vorwurf. Behandlung und Anadehnung lassen sie als alles andere denn ein Meisterwerk erscheinen. Am Schlüsse figurieren Mitteilungen über den Verband für jüdische Geschichte und Literatur; die Vortragslisten, welche die angeschlossenen Vereine lieferten, gestatten einen einwandfreien Schluß auf das geistige Niveau, die literarischen Ansprüche der zeitgenössischen Judenheit. Leipzig. Dr. R Lewin. * Prof. Dr. A. Sulzbach, Bilder aus der jüdischen Vergangenheit. Ein Quellenbuch für den Unterricht und zum Selbststudium. IX und 222 S. 8". Frankfurt a M, Verlag von J. Kauffmann, 1914. Der Verfasser geht von der neuen Methode des geschichtlichen Unterrichts ans, die zur Vertiefung und Ergänzung historischen Erkennens die Quellen selbst dem Schüler in die Hand gibt. Ihr mochte die Sammlung entsprechen, welche er für das Gebiet der jüdischen Geschichte vorlegt. Obgleich sie zumeist nicht aus Primärquellen oder zeitgenössischen Mitteilungen schöpft, hofft er doch, daß sie, alten, den Ereignissen näherstehenden Werken entnommen, ihren Zweck erfüllen wird. Ohne die eingeführten Lehrbücher zu verdrängen, soll sie nicht nur des Lehrers Tätigkeit unterstützen, sondern auch außerhalb der Schule Anregung und Genuß bieten: sie soll mitten in die Ereignisse versetzen, die Personen unmittelbar gegenüberstellen. Auffassung und Urteil der Mitwelt zu Gehör bringen, kurz ein intimeres Vertrauen erzeugen. > Es sind im ganzen 49 Auszüge, die in chronologischer Folge geboten werden. Sie entstammen hauptsächlich hebräischen Originalen: ihre Obersetzung, Tom Verfasser vollzogen, ist glatt und lesbar, nur selten störe» sprachliche Härten, langatmige Perioden, die besser in kürzere Sätze zerlegt wären. Die Auswahl wurde recht geschickt getroffen. Wenn sie auch manch landläufiges Material nicht verschmäht — ich verweise nur auf Hülel und Schammai (Nr. 3). Rabban Gamaliel IL [Nr. 10], Maimoni des' Tageseinteilung (Nr. 21) —, hauptsächlich bietet sie Stücke, die sich nicht der größten Bekanntschaft erfreuen. Sie gehören allen Perioden der jüdischen Geschichte an. Vor die Zerstörung des zweiten Tempels fallen 9 Proben; das talmudische und gaonäische Zeitalter beleuchten deren 7. Spaniens Blüte und Verfall 10; die deutschen Juden sind mit rund 15 Beiträgen vertreten. Es verdient besonderen Dank, daß sie sich nicht allein um hervorragende Persönlichkeiten gruppieren und deren Charakteristik bereichern: •»noch mehr freut man sich über die kulturhistorischen Partiell, die ein ganzes \