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Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur · 1914-06-01 · 1 (1.6.1914) · p. Seite 11

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Journal
Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
Volume
1 (1914)
Issue
1 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Der Verfasser, der von sich gesteht, gar kein Wissen zu besitzen, legt das Ergebnis von sechs Arbeitsjahren vor. Er stellt Biographien berühmter Joden aller Zeiten und Länder zusammen; sein Sammelwerk, das 1500 Lebensbeschreibungen verarbeiten wird, dient dem ausgesprochenen Zweck, „die Kenntnis des Lebens jüdischer Größen aller Zeiten in die weitesten Volksschichten zu tragen und hierdurch das jüdische Selbstbewußtsein zu heben sowie die Liebe zum angestammten Glanben zu stärken." Das Ganze ist alphabetisch geordnet. Das vorliegende Heft I umfaßt auf 64 Seiten die Buchstaben A bis D (Mitte). Für die Sichtung der Neuzeit fehlt dem Verfasser noch der rechte Maßstab, er räumt ihr bei weitem zu viel Platz ein, berücksichtigt fast jede Tagesberühmtheit, mag sie ihren Ruf als Rabbiner oder Theaterdirektor oder Klaviervirtuose erworben haben: zuweilen schildert er das Leben von der Wiege bis zum Grabe und läßt noch nicht einmal den Namen der Gattin ans. Demgegenüber treten Altertum und Mittelalter ungebührlich in den Hintergrund: Barkochba übertrifft die ihm nachfolgende Jugendschriftstellerin Rosa Barach geb. Gottlob um ganze fünf Zeilen. Ida Barber geb. Punitzer. die auf derselben Seite steht, schiigt ihn gar mit ihren fünfzig Zeilen um mehr als das Doppelte. Lobenswert erscheinen die literarischen Proben, die einzelnen Namen des Mittelalters angefügt sind. Ober die Aufnahme von Täuflingen läßt sich debattieren. Einem empfangenen Rate zuwider wurden sie nicht ausgeschieden: die Duldsamkeit, die ihnen bezeigt wird, sollte aber nicht soweit gehen, daß beispielsweise Ludwig Barnay über eine Spalte bekommt, wahrend bald dahinter Jakob Barth sich mit dem dritten Teil begnügen muß. Vielleicht achtet der Verfasser in Zukunft mehr auf die Anordnung, er richtet sich jetzt bald nach dem Vornamen, bald nach der Familie. Für populäre Ansprüche ist das Werk mit gutem Gewissen zu empfehlen. Leipzig. Dr. R Lewin. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben vom Verbände der Vereine für jüdische Geschiente und Literatur in Deutschland. Mit Beiträgen von J. Abrahams, S. Bernfeld, J. Borchardt, M Eschelbacher, R. Leszynsky. M. Philippson, G. Rosenmann. Dr. Stier. 17. Band. 267 und 43 S. 8*. Bertin, Verlag von M. Poppelauer 1914. . Ein Kalendariua eröffnet den 17. Band des Jahrbuches. Daran schließt sich in der herkömmlichen Weise der politische Rückblick auf das Jahr 5673, mit dem Bemühen strenger Sachlichkeit von Philippson erstattet. Bernfeld läßt die literarischen Erscheinungen des gleichen Zeitraums Revue passieren: seine gedrängten, oft zu knappen Bemerkungen, die bei manchen Abschnitten in die Aufzählung von Autoren und Titeln auslaufen, werden am Schluß durch einen Anhang ergänzt Stier setzt seine Betrachtungen über die Ehre im Talmud fort; er sammelt diesmal die bezüglichen Aussprüche über König, Priester und Gelehrten. Leszynsky schildert an der Hand der von Schechter entdeckten Dokumente, deren Echtheit er nicht bezweifelt, den Neuen Band in Damaskus: er gibt dessen Geschichte, Ver-

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