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Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur · 1914-06-01 · 1 (1.6.1914) · p. Seite 9

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Journal
Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
Volume
1 (1914)
Issue
1 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Christentum. Oswald Gerhardt (Professor. Oberlehrer am Königstädt. Realgymnasium zu Berlin). Das Datum der Kreuziguno Jesu Christi, geschichtlich-astronomisch berechnet III, 82 S. 8°. Berlin, Wiegandt & Grieben (Erich Donati] 1914. Sichere Grundlage ist für den Verfasser: Jesus wurde unter der [zehn Jahre dauernden) Statthalterschaft des Ponthts Pilatus zu Jerusalem verklagt, verhört, verurteilt und gekreuzigt. Um das zutreffende Jahr dieser Vorgänge zu ermitteln, wird zunächst aus der biblischen und auBerbibtischen Literatur der ersten Jahrhunderte festgestellt, daß als das Todesjahr das Jahr 30 n. Chr. oder ein diesem benachbartes anzusehen ist Sicher ist ferner, daß Jesus an einem Passahfeste starb: Aber den Tag innerhalb dieses Festes scheinen die Evangelienberichte Abweichungen voneinander aufzuweisen. Als Todestag gilt der 15. (oder 14.) des jüdischen Monats Nisan. Die Lage dieses Monats wie aller übrigen hing damals vom Monde ab. Mit Hilfe der für jene Zeit astronomisch genau berechneten Mondphasen vermögen wir jene Data auf unseren Kalender zu ubertragen, indem wir berücksichtigen, daß der Beginn des judischen Monats sich nicht nach dem astronomischen Neumond (Schwarzmond), sondern nach dem zuerst von Zeugen erblickten „Neulicht" richtete, und daß zweitens, um das jüdische Mondjahr mit dem Sonnenjahre auszugleichen, jeweilig nach Bedarf ein ganzer Monat eingeschaltet wurde. — Nach Feststellung der Amtsjahre das Pilatus (27—36) und der Zeit des öffentlichen Wirkens Jesu wird zunächst der Tag des letzten Passahmahles Jesu (15. oder 14. Nisan) unter Heranziehung der gesamten alten und neueren Literatur untersucht. Ein genauer Vergleich des sorgsam rekonstruierten judischen Kalenders jener Jahr« mit dem julianischen ergibt schließlich das Resultat: Als Tag der Kreuzigung Jesu können nur in Betracht kommen: Freitag der 7. April 30 oder Freitag der 27. April 31 unserer Zeitrechnung. Leipzig. Dr. E. Bischoff. Gerhard Kittel [Lic theoL, Privatdozent der Theologie in Kiel], Jesus und nie Rabbinen (Biblische Zeit- und Streitfragen, IX. Serie. 7. Heft). 32 S. 8". Berlin-Lichterfelde, Edwin Runge 1914. Der Verfasser bietet über folgende Punkte einen Extrakt der bisherigen Forschungen nebst einer kurzen Begründung seiner eigenen Ansichten: I. Die Abhängigkeit Jesu von rabbinischen Worten und Anschauungen (in keinem einzigen Falle sicher); die Abhängigkeit einzelner Rabbinen von Worten und Anschauungen Jesu (nur ganz selten im Laufe der Jahrhunderte). — II. Die Rekonstruktion der Sprache Jesu aus dem rabbinischen Aramäischen ist nur bedingt möglich. — DL Die Gebets- und die Gleichnisrede bei Jesus und bei den Rabbinen weisen zwar manche formale Ähnlichkeiten, aber auch tiefgreifende Unterschiede auf; noch mehr die Wanderberichte der rabbinischen Literatur und des neuen Testaments:

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