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Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur · 1914-06-01 · 1 (1.6.1914) · p. Seite 5

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Journal
Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
Volume
1 (1914)
Issue
1 (1.6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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grimmig, „behüt ench Gott! Kam sauber heraus! Die Männer meinetwegen!" Mose wurde entlassen. In dieser originellen und kraftvollen Weise erzählt der Verfasser im ersten Kapitel: Aus der Urzeit (Gen. 2. 3. 4 , die Sintflut, die Sprachenwirrnis), im zweiten Kapitel von den Erzvätern, im dritten: Joseph in Ägypten, im vierten: Mose, mit stärkster Reduktion der biblischen Erzählung. Fünfte* Kapitel: Sang und Klang ven der Eroberung Kanaans, sechstes Kapitel: Der Tempel von Silo and sein Fetisch (!). die heilige Lade. Das zweite Bach ist betitelt: Drei Könige [David, der Mehrer. Salomo. der Zerstörer], Im nördlichen Reich — im südlichen Reich. Viertes Buch: Gedichte. An* hang: Einzelberichte und Gesetze. Das ist in der Tat eine moderne Bibel, wie sie moderner dem Modernen nicht geboten werden kann. Die Ausstattung ist über alles Lob erhaben: große schöne Typen (Drogulin), künstlerisch schöne und wirkungsvolle Titel- und Einbandzeichnungen, handliches Format Dortmund. Dr. B. Jacob. Daniel Völter, Der Ursprung von Passah und Mazzoth, neu untersucht 32 S. Leiden. E. J. Brill 1913. Durch kritische Zurechtlegung von Ex 12 und Kombination mit Lev 16 will der Verfasser als ursprünglichen^inn und Ritus des Passahopfers festgestellt haben, daS dasselbe anfanglich nicht ein Opfer für Gott und eine Opfermahlzeit war, sondern sich auf einen von ihm zu unterscheidenden bösen Gott (den „Verderber" Asasel] bezog, dem das geschlachtete Tier, nachdem sein Blut zur Bestreichung des Wohnungseingangs verwendet war, ausgeliefert werden mußte. Dies geschah am Abend des 14. oder Vorabend des IS. Abib oder Nissan. Sowohl die spätere Passahfeier als der Ritus mit dem Sündenbock sind monotheistische Umbildungen. Jener ursprüngliche Passahritus nun habe eine Parallele in Ägypten. Nach Herodot [II 47f] schlachtete nämlich jeder Ägypter am Vorabend des ursprünglich durch den Vollmond bestimmten Festes vom 13. Pachon, also am Abend des 14. tot der Tut seines Hauses ein Ferkel und UeB es dann durch den Schweinehirten wegbringen, ohne Zweifel für den bösen Set, den Gott der Wüste, dem das Schwein zugehört. Zu dem Ritus des Blutbestreichens paßt gut eine Nachricht des Epiphanius (Her. XVIII 3). Das Fest des 14. und 15 Pachon war aber bei den Ägyptern das Fest des Frühlingsvollmondes. Die israelitischen Passahbräuche haben denselben Ursprung und sind ägyptischer Herkunft, die Mazzoth haben eine Parallele an den mit den ägyptischen Opfern verbundenen Opferkuchen [Herodot II 47 and Plutarch, de Is. et Os. c 30]. Das Fest ist dann in zwei Teile auseinandergefallen, in die abendliche Passahfeier bei J1 und J* einerseits and das Mazzothfest bei E andrerseits. Beide Feste standen zunächst einander ausschließend gegenüber, bis sie nach längerem Schwanken sich nebeneinander durchgesetzt haben. — Den Schluß der Abhandlung bilden Nachträge zu des Verfassers Schrift: „Wer war Mose?" (Mose dem ägyptischen Thot). Die Quellenscheidung und reügionsgeschichtliche Konstruktion mit den angeblichen Entwicklungsstufen des Festes von J'. J-. E. D, H, Ezechiel, P lehnen wir als vollkommen willkürlich ab. Sie sind ein Schulbeispiel für

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