Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Journal
- Bibliographischer Vierteljahresbericht für die jüdische Literatur
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- 1 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Gestern and Ehegestern. tranken sind vorn Helte und Morgen . . , Das menschlich and dichterisch Große hat mich gelockt. Knapp, karg, voll verhahenea Lebens, so sollten die Geschichten dastehen. In einer Sprache, die nickt die Sprache Kanaans wäre, sondern des Menschen von Heute, und trotzdem monamental. Und die einzelnen Bilder sollten sich winden zum künstlerischen Abbild eines Ganzen: der Schicksale eines Volkes and des organischen Wachstums seiner Schriften. Rhythmus und Linie gelten mir alles, exakte Zeichnung nichts. Einzelschönheiten mögen halten, die Schönheit des Ganzen steht darüber. Und in mir lebt ein Glaube, daß ich die Bibel nicht Wenigen wieder schenke.' Diesen Glauben des Verfassers teilen wir, wenn anders wir den .modernen gebildeten Menschen* richtig beurteilen. In keinem Lande wird die Bibel eifriger studiert von Gelehrten and Theologen and ist dem Gebildeten fremder als in Deutschland. Beweis ist ihre gesprochene and geschriebene Sprache. Biblische Anklänge in der deutschen Literatur der Gegenwart für den Gebildeten sind beinahe anerhört. Die Ursachen sind ein Kapitel für sich, die Tatsache ist anbestreitbar, die Folgen sind in mehr als einer Hinsicht beklagenswert. Die Bibel ist and bleibt der reichste and reinste Quoll des Lebens für Menschen and Völker, and keine Wissenschaft öder Kritik wird ihr den Charakter des Wortes Gottes, einer Stimme vom Himmel, einer Offenbarung vom Göttlichen rauben. Eine Bildung ohne Bibel ist geschichtlich, geistig and sittlich fragmentarisch. Nach dem heutigen Bildungswesen, -Geschmack und -Ideal aber ist der erste Erfolg verheißende Schritt, die Bibel den Menschen wieder wert zu machen, sie ihnen ästhetisch nahezubringen. Deshalb sollen gerade die Theologen über ein Unternehmen wie das vorliegende nicht zetern, sondern sich freuen, wenn der Moderne nur nicht dabei stehen bleibt. Wo es etwa schaden könnte, wird es nicht hindringen, and wo es hindringt, wird es nur nützen, denn es wird die Ehrfurcht vor der Bibel als vor etwas Großem and Gewaltigem wecken. Deshalb wollen wir mit dem Verfasser über Einzelheiten nicht rechten. Seine Wissenschaft hat er nicht aas erster Hand Die Wellhausensche Konstruktion des Textes and der Religionsgeschichte im zweiten and dritten Aufguß ist ihm selbstverständlich. Die Sprache grenzt in dem Bestreben, markig und lapidar zu sein, bisweilen an das Burschikose, and die Künstler and anderen Kinder, für die er schreibt, scheint er sich nicht selten als ziemlich kleine Kinder vorgestellt zu haben. Abi Probe geben wir S. 43: Und wieder trat Mose vor Pharao: .so spricht Jahwe, der Gott der Hebräer: entlaß Israel zum Opferfest! Sonst kommen Stechfliegen." '.Laß sie kommen," knarrte der König.— Am Abend drangen Stechfliegen ins Land In dicken Schwärmen, wie man noch nie gesehen! Niemand fand Schlaf. . . . Als aber Pharao Luft gekriegt, da spürt Israel seinen Haß! — Und wieder trat Mos« vor Pharao: .wie lange weigerst da dich? Heuschreckenschwärme rücken heran. Und fressen dein Laad ratzekahl!" Pharao schwieg. Da wandte sich Mose und ging. Nun aber verlernten die Hofherren ihr Schweigen: .soll der Hebräer noch lang Unheil künden? Willst du Ägypten zagrund richten?" Der König rief Mose zurück: .wer soll zum Feste ziehen?" .AM and Jung. Mann and Weib. Mit Hab and Gut." .Oho! Oho!" höhnte Pharao