Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 12 (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 309 (sequence 19)
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der Geschichte, nämlich auf die „Endzeit" (des Aeom). so gilt der zweite für jede Zeit, er ist überzeitlich. Darauf weisen solche Aussprüche unserer Weisen hin wie: „Wann kommt der Moachiach? Heute, wenn ihr auf Gottes Stimme hören werdet".1) d.h. jederzeit kann der Mensch, wenn er seinen Sinn Gottes Anruf öffnet, seinen Moschiach erleben, kann er das, was der Moschiach für die Geschichte der Menschheit bedeutet, in seinem Leben erfahren, kann er mit einer religiösen Erneuerung, einer inneren Wiedergeburt begnadet werden, wenn er dessen würdig ist. Darum sagt der Talmud:.»Wenn die Menschen dessen würdig sind, kommt der Moschiach zu ihnen auch vor der Zeit (= ' vor der Endzeit2)") und „derMoschiach erscheint nur in einem Geschlecht, das ganz würdig oder ganz schuldig (== endzeitlicher Moschiach) ist." Ifdividual-und menschheitsgeschichtlicher, endzeitlicher und Uberzeitlicher Sinn zusammen aber ergeben erst die volle Tiefe der messianisc Idee, des Judentums. Nachbemerkung der Redaktion. Wir sind natürlich mit der Grundtendenz des vorstehenden Aufsatzes, der für die Lehre vom persönlichen Moschiach in ihrem vollen Umfange und in ihrer ganzen Grösse und Fruchtbarkeit eintritt, einverstanden. Doch vermögen wir uns im einzelnen mit der Parallelisierung des Moschiach-Gedank'ens und der Aeonen-Theorie nicht zu befreunden. C ■ >) Sanh. 98 A. ') Sanh. 98 A. WORTE DES ISRAEL ZOKENAAR, Abstammung. *) Aus der Erinnerung mitgeteilt von Dr. Nathan Birnbaum. 4. ERBARMEN ALS HILFELEISTUNG SeelischesBeteiligtseinodernicht. Wir haben gehört: Wer seinem Nächsten hilft, ohne dabei seelisch beteiligt zu sein, oder indem er dabei die Würde des Unterstützten verletzt, — der kennt das Erbarmen nicht. Es genügt nicht, dass man ohne Widerstreben und ohne eigennützige Beweggründe hilft. Wenn* man nur hilft, weil man in ähnlichen Fällen zu helfen gewohnt ist und man sicha leisten kann, also sozusagen dem Gesetze der Trägheit folgend, ohne -* > *) Sieh« Heft I, II, IV und vn de. JUskdaS*. 309