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Der Aufstieg · 1932-12-01 · 12 (12.1932) · p. Seite 303

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
12 (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 303 (sequence 13)
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Linie fort. Es ist eine Auseinandersetzung mit der „am Unglauben orientierten Wissenschaft", indem es die Singularität der Prophetie in der Menschcngeschichte aufweist, gleichzeitig aber ist es.auch ein positiver Beitrag zu jüdischer Tnach- Wisscnschaft. Die Aassprache geht auf dem Hintergrunde breiter Perspektiven, intimer Quellenkenntnis, eindringlicher psychologischer Analyse vor sich. Hier ist nichts von der bekannten vernünftelnden Apologetik, sondern wehrhafter Angriff aus besonnener, vernünftiger Geschichtsbetrachtung. Zwei Abschnitte des Buches sind der Auseinandersetzung unmittelbar gewidmet und allgemeiner Natur. Der Hauptteil behandelt in Sonderabschnitten die drei Propheten, deren Bücher jeweils „als einheitliches Ganzes, als die religiöse Beleuchtung und Antwort für eine typische Geschichtslage" gefasst und dargestellt und bietet so auch den Unterbau für den allgemeinen Teil. Eingehen auf Einzelheiten liegt 'nicht im Rahmen der „AuKtu^i '-Besprechungen. Dagegen sei folgender Punkt erwähnt, weil er zu allgemeinen Uberlegungen Anlass gibt. Bei der Darstellung geschichtlicher Situationen exemplifiziert der Verf. mitunter auf die Gegenwart. Im Sinne seiner jesaja-gemässen Auffassung, dass „die Moral die einzige entscheidende Richterin" aller Gruppenbeziehungen, aller Politik zu sein hat, und im Sinne der auf den Seiten dieser Zeitschrift verfochtenen Anschauungen ergibt eine Prüfung unseres heutigen Zustandes die Frage: Entspricht es der Forderung des Jesaja. wenn heute bei uns — sozusagen im Hinblick auf den „Kriegszustand" — Kritik an Juden einfach verboten ist? Wenn solche Kritik nur Ablehnung in jeder Form begegnet, von milder Überlegenheit bis zu verständnislosem Gekläff, verleumderischer Entstellung, wütender Hetze von linksradikaler Seite, dann kann nur von unheilvoller Verblendung gesprochen werden, die sich in nichts vom unmoralischen Grundsatz unterscheidet: right or wrong — my country. Wann wird endlich die Erkenntnis durchdringen, dass wir auch in diesen Dingen prophetische Forderung zu erfüllen versuchen müssen 1 ■ . S . „TIERSCHÜTZ". Rabbiner Dr. Unna, Mannheim. — Das Schachten, vom Standpunkt der Religion und des Tierschutzes. — Herausgegeben von der Reichszentrale für Schächtangelegenheiten, Berlin 1931. Die Lücke, die in der Reihe der von jüdischer Seite veröffentlichten Aufklärungsliteratur über das Schächten dadurch entstanden ist. dass die vorhandenen Schriften sowohl durch die Entwicklung in der Gesetzgebung wie auch durch die neueren Forschungsergebnisse bereits grösstenteils überholt sind, wird durch diese gemeinverständliche und erschöpfende Darstellung aufs glücklichste ausgefüllt. Das in der Vorbemerkung gesteckte Ziel, das Problem des Schächtens aus der Sphäre der politischen Leidenschaften in die der sachlichen Betrachtung zurückzuführen, es von den verscJtfedenen Gesichtspunkten zu beleuchten und durch Würdigung der Gründe und Gegengründe belehrend und aufklärend zu wirken, hat diese Broschüre in mustergültiger, unübertrefflicher Weise erfüllt. Was in den Kapiteln über „Wesen des Schächtens", „religiöse Verbindlichkeit", „ist das Schächten eine Tierquälerei?" und „Betäubung vor dem Schächten" an Argumenten wie an Material zusammengetragen ist. zeichnet sich durch eine nicht zu überbietende übersichtliche Klarheit wie präzise Kürze aus. Durch ein ausführliches Sachregister sowie durch eine einleitend und abschliessend gesperrt gedruckte Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse wird der Wert der Darstellung noch wesentlich erhöht. Leider ist das nach dem Stand von Dezember 1931 geschriebene Schlusskapitel über „Das Schächten in der Gesetzgebung" durch die in verschiedenen Staaten und Ländern inzwischen beschlossenen Schächtverbote bereits überholt. Umsomehr ist zu wünschen, dass diese hervorragende Aufklärungsschrift durch die weiteste Verbreitung in allen Kreisen in die Lage versetzt werde, ihre segensreiche Wirkung zu entfalten. > \ ao3

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