Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 12 (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 298 (sequence 8)
- Belongs to
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im Geltungsbereich des Gesetzes vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden" behandelt und in dieser Studie auf die Merkwürdigkeit hinweist und sie erklart, dass bei den Juden die Orthodoxie aus den Gemeinden austrat und nicht, wie sonst in Religionsgesellscharten, die Reform das Lager verlies*; Rabb. Dr. A. Klei n, Nürnberg. „Rambam oder Maimonides", ein Nachweis der geistigen Einheit der beiden Hauptwerke des Rambam; Rabbiner Dr. I W e i not r g „Zur Geschichte der Targumim Eine Darstellung der Entstehung und Entwicklung der aramäischen Targumim". Die Würdigung der Persönlichkeit des Jubilars war Herrn Dr. Maximilian Landau anvertraut, der uns in seiner gewohnten Weise ein fein ziseliertes Bild Rosenheims mit besonderer Rücksicht auf dessen organisatorisch-geistiges Lieblingskind, die Agudas Jisroel, entwirft. Dass dieses reiche Werk erscheinen konnte, ist ein Verdienst des Herrn Heinrich Eisemann in Prankfurt a Main, der nicht ruhte, bis er es,sowohl in geistiger als in materieller Beziehung, unter Dach und Fach gebracht hatte. Die jüdische Oeffentlichkeit ist ihm hierfür zu Dank verpflichtet. Dr. N. B. r »MAL WAS ANDERES". Rabb. Dr. Daniel Fink, Berlin. — Rajaunaus Wehaschkofaua. Betrachtungen über die Gründung des „Keren hatauro" und der „Jeschiwas chachme Lublin" und Grundsätze für ein umfassendes Unterrichtssystem auf der Basis des jüdischen Glaubens und getragen von den Errungenschaften von Wissenschaft und Kunst.') — Verlag A. Faust. Krakau 5692. Das Buch beginnt mit einer gegen die Lubliner „Welt-Jeschiwo" und ihren Gründer gerichteten Polemik und erweitert diese fortschreitend zu einer Anklage gegen den „Keren Hatauro", die „Agudas Jisroel" und die Orthodoxie überhaupt. Vorgeworfen wird im allgemeinen Unzulänglichkeit in der Erfassung geschichtlicher Situationen und daher auch in der Methode ihrer Bewältigung, als Folge davon im besonderen völliges Versagen gegenüber der Unterrichtsfrage als dem Kernproblem. Der Verfasser hat, was man ja schon von lange her weiss, ein überdurchschnittliches Mass von Mut und Geist. Er geht auf einsamen Gedankenpiaden. Ihm ist es z.B. klar, dass sich der rein spekulative, auf dem Wege der reinen Forschung sich entfaltende Geist noch nie zu einer Konzeption zu erheben vermochte, die dem inneren Gehalt des Judentums so nahe kommt wie die' Kantische Philosophie. Hätte man, so folgert er, damals, als die Uebergangszeit in Deutschland begann, die Sache des Judentums vom Kantischen Standpunkt vertreten, es wäre nie so weit gekommen, wie es gekommen ist. Er meint, dass die rabbinischen Koryphäen, die dazumal den Existenzwillen des Judentums vertraten, wohl verehrungswürdige Grössen der Thora gewesen seien, aber durch den Mangel und die Ablehnung weltlicher Bildung die so sehr gebasste neue Bewegung indirekt förderten. Sei ja Uberhaupt — diese Ansicht spricht er klar genug aus — dem Judentum während seines zweitausendjährigen Golus die Wohltat überlegener Führung kaum, je zuteil geworden. Die Führenden hätten nie den ungeheuren Wert der Machtentfaltung eines geschlossenen religiösen Prinzipes erkannt. Sonst hätten sie die Emanzipation nur unter der Bedingung angenommen, dass vor allem das Juden t um durch Instanzen und Einrichtungen gesichert werde. Von solchen Gesichtspunkten ausgehend, sieht der Verfasser die Rettung in einen neuen Schulsystem. Seine Welt-Jeschiwo ist eine Hochschule, in der ebenso die Thora als die Wissenschaften gepflegt und die Fuhrer der Nation erzogen werden. In Jeschlwaus unteren Ranges soll das Führermaterial für diese Hochschule ausgesiebt werden. ■) Wir bringen den Untertitel des in angeblichen Jiddisch (s. darüber um Text, gegen Schlau) erschienenen Buches auf Deutsch. 298