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Der Aufstieg · 1932-07-01 · 11 (7.1932) · p. Seite 287

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
11 (7.1932)
Date
1932-07-01
Page
Seite 287 (sequence 21)
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/ die Einrichtung eines dauernden Jüdischen Weltkongresses beraten und beschlicssen soll. Der gegen diesen Plan erhobene Einwand, dass die Antisemiten dann Stoff zur Erneuerung der Legende vom internationalen Juden hatten, ist dadurch nicht weniger armselig, dass ihn Leonard Monteflore erhob. Aber es gibt einen andern Einwand gegen den jüdischen Weltkongress: Seine voraussichtliche Lebensunfäbigkeit oder zumindest Unfruchtbarkeit. Interterritoriale Verbände weltlich-politischen Charakters sind lebensunfähig oder unfruchtbar. Da der Zwang des Territoriums nicht vorhanden ist und keine geistige Macht diesem Mangel entgegenwirkt, streben die verschiedenen Gruppen mit Erfolg auseinander Interterritorielle Verbände sind jiür als religiöse, als religionspolitische möglich. Und wenn die jüdische Orthodoxie verstanden hätte, das zu sein, was sie sein sollte, dann hätte sie eben schon lange nicht die beiseitegeschobene Orthodoxie sein müssen, die sie ist, sondern wäre die geistliche jüdische Allgemeinde und Ihre leitenden Organe würden die Regierung des nichtsäkularen jüdischen Volkes darstellen. Ben-Owi fordert in seinen „Dauar hajaum" einen Kongress der Mächte, der sich nur mit der Lösung der Judenfrage beschäftigen soll Eine Idee! Schade nur, dass die Mächte andere wichtigere Sorgen zu haben glauben. Einitalienischer Jude beantragt eine zwischenstaatliche Konvention, durch welche die Aechtung des Antisemitismus ausgesprochen werden soll. Auch eine Idee! Die Antisemiten kriegen's schon mit der Angst zu tun .... Es ist klar, dass die Juden (und Marannen) in Spanien noch nicht den ruhigen Blick auf den Katholizismus gewonnen haben können, wie die Juden in Deutschland Ist ja auch der spanische Katholizismus von der Abgeklärtheit des deutschen noch sehr weit enlfernt. Aber es w.1re ihnen doch zu raten, sieb nicht in die Front "der Bekämpfer der katholischen Kirche hinelnlocken zu lassen. Sie haben es wahrlich nicht nötig, alte Leidenschaften gegen sich aufzurühren. Schon macht sich eine starke antisemitische Bewegung in Spanien bemerkbar, wie sie während des alten Regimes nicht zu Tage trat. Haben doch seinerzeit ebenso der Diktator General Primo de Rivera wie der Aussenminister, Herzog Alba ausdrückliche Erklärungen zugunsten der Einwanderung ausländischer Juden abgegeben. Ich betrachte es als eine Provokation, wenn Leute, die deutsch schreiben können, aus jüdisch-politischen Gründen, ihren jüdischen Namen in dieses ofTisiaüe Namenverzeichnis schreiben.'j Datum. Unterschrift. Ich trug gerade meinen Namen in das Besucherbuch ein, das in dar Bibliothek einer grossen jüdischen Gemeinde Deutschlands zu statistischen Zwecken anstiegt, schlug zufällig zwei Blatt zurück, ds stach aus dem Rahmen der gewöhnlichen Unterschriften — das Buch ist nur dafür bestimmt — eine Bemerkung' hervor, die mit ihren grossen, Buchstaben eine halbe Seite füllte. Ich las, wie oben zitiert, Richtig, einige Zeilen davor hatte sich jemand mit jiiilisi hin fllHiiatalusi eingeschrieben. Man berichtete mir, es wäre ein Ostjude gewesen. Uebrigens trug er gerade den Namen der grossen deutschen Stadt, in der dies geschah. Vielleicht hatte er es einfach darum getan, weil ihm die jüdischen Schriftzeichen geläufiger waren. Vielleicht hatte er auch oder bloss nationale Grunde Vielleicht jüdische, d.h. judentürnliche. Man konnte es begreifen. Die Wahrheit su IN SPANIEN. HEBR/KISCH ALS PROVOKATION.

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