Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 11 (7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 286 (sequence 20)
- Belongs to
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würden. Wie schön wäre es. wenn sie statt dessen bald mit sachlicher Arbeit in Erez-Jisroe', — die, um zu gedeihen, am allerwenigsten das unverantwortliche Winken mit der Erlösung nötig hat, — beginnen würden; wenn sie z.B. von den Arbeiten, die ich in meinen Artikeln ..Uns^-r Hrcz-Jisroel" im Heft 5 des ..Aufstieg" und „Zurück zur eigenen Wunschwelt" im „Israelit" Nr. 19 anführe, vorläufig an zwei herantreten würden: erstens das Prinzip der Verländlichung, das jetzt in Erez-Jisroe! durch die neue Stadtliebhabcrei gefährdet ist. durch Orthodoxe, zu Ehren und in Anwendung brächten und zweitens sich ernst bestrebten, die palästinensische Orthodoxie selbst etwas — nachdenklicher zu machen. (Dinge, wie der bekannte böse Purimscherz, dürften nicht möglich sein; sie erschweren nur die Selbstbehauptung gegenüber denjenigen, die in bedauernswerter Verblendung die Religion weltlich-politischen Machthabern zur Verfügung stellen.) f Im übrigen dürfen'wir uns der frohen Kullurbotschaften freuen, die aus den neuen Palästina zu uns dringen Da ist zunächst der Bombenerfolg der schon erwähnten Makkabiade. Aber auch die smarte Operette „die Dollarprinzcssin" und Ernst Tollers „Masse Mensch" auf hebräisch sind nicht :u verachten. Nun wird es wohl Zeit, einerseits die beliebtesten Schlager-Komponisten und anderseits Herrn Piscator nach Tcl-Owiw und Haifa, zu beziehen ... , Dr. NATHAN BIRNBAUM' DER AUSSCHLAGGEBENDE FAKTOR. Herr Jabotinsky sucht immer Wege für seine Konsequenz und findet sie. Einer dieser Wege führt zu den Franzosen: Sie sollen statt der Engländer das Palästinamandat übernehmen., ihrc_grösserc Eignung haben sie denn auch bald bewiesen. |ust sie Hessen Herrn Jabotinsky nicht nach Tunis hinein, weil sich die dortigen Araber dies verbaten. Und wieder just in ihrer iiinflusssphärc, in Damaskus und Tunis, kam es zu Sympathie-Demonstrationen für die arabischen Brüder in Palästina.....Als ob es überhaupt in letzter Linie darauf ankäme, wer das Mandat hat, und nicht vielmehr auf das Dasein und das Verhalten der Araber. Sehr bezeichnend schreibt darüber die zionistische „Jüdische Rundschau": „Noch heute wird nicht von allen«. Zionisten erkannt, dass die Araber der ausschlaggebende Paktor für jedes palästinensisch-politische Kalkül sind. Mit der arabischen Welt in Palästina und ausserhalb Palästinas zu einer Verständigung zu kommen, die einen Weg zur Eingliederung des jüdischen Nationalheims in diese arabische Welt, in der rein geographisch Palästina mitten drin liegt, zeigt, ist immer noch eine ungelöste Aufgabe der zionistischen •Politik". (Warum „rein geographisch"? Red. d. Aufstieg"). Es sind dies Gedanken, die unsere orthodoxen Fastzionisten — oder ist es vielleicht richtiger zu sagen: Ueberzionisten? — nach- und womöglich weiterdenken sollten. Weiterdenken — d h. sich darüber klar werden, dass bei den Voraussetzungen, wie sie nun einmal gegeben sind. Erez Jisroel wohl einen wichtigen Hebelpunkt, an dem jüdisches Streben, religiöses und materielles, angesetzt werden muss, aber in berechenbarer Zeit keine Pauschallösung der Juden-und Judentumsfrage bedeutet; dass uns auch auf andere Weise eine solche Lösung von nirgendher winkt, dass aber aufgrund neuer Erkenntnisse über das Verhältnis zwischen uns und den Völkern unverdrossen für Atemraum im Golus, das ja leider solange schon Palästina miteinschhesst. gearbeitet und im Zusammenhange damit ünd vor allem um einen seelisch-sittlichen Aufstieg des jüdischen Volkes gerungen weiden muss. KONGRESSPLiCNE. Von Amerika aus will man in Genf eine Konferenz veranstalten, welche