Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 11 (7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 276 (sequence 10)
- Belongs to
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Herrschaft bei der Gründung der jüdischen Gruppe in der Kommunistischen Partei (Jewsekzjia) aktiv mitgewirkt. In dem gleichen Masse, wie der Kampf gegen die christliche Relig on von der ganzen Partei geführt wird, übernahm die Jewsekzija den Sonderkampf gegen die Rabbiner. Es gibt in der russischen antireligiösen Literatur eine ganze Reihe von Beiegen dafür, dass fast alle Verfolgungen, gläubiger Juden, alle Synagogenschliessungen, jede Provokation und Denunziation von Rabbinern, Synagogenvorstehern und jüdischen Gewerbetreibenden, ebenso natürlich auch die Zersetzung des jüdischen Familienlebens auf die Tätigkeit dieser jüdischen Kommunisten zurückgeht. Klassische Beispiele bieten in Fülle die verschiedenen Jahrgänge der bereits erwähnten illustrierten antireligiösen Zeitschrift „Der Gottlose an der Werkbank", die in einer Auflage von weit über 100.000 Exemplaren erscheint. Da versucht man jedes Mittel, um die frommen Juden zu verleumden. Zum Beispiel: ---— Wem hilft J.....? In unserer Synagoge sieht man an den Peiertagen keinen einzigen Menschen aus der Jugend, nur alte Leute und einige Kaufleute kommen. An Jedem Samstag sitzt dagegen neben dem Rabbiner auch Mendel Mirkin. Dieser betet so eifrig, dass er ein Beispiel für alle Juden ist. Aber warum tut er das? Nur deshalb, weil der- HRRR ihm seinen Laden erhält und sein Geschäft segnet. Er kauft gestohlene Ware. Unlängst wurde ein Dieb eingesperrt. Bei der Untersuchung stellte es sich heraus, dass der ehrenwerte Mendel die gestohlene Ware gekauft hatte. Nehmt Puch ein Beispiel an Mendel, ihr ehrenwerten Juden!" Erst vor wenigen Tagen ist wieder ein neuer Mord an einem Rabbiner bekannt geworden. Der 34 jährige Rabbiner Simche Aptowitzer wurde kürzlich, obwohl er polnischer Staatsangehöriger war, in Tiflis ohne Gericht „auf administrativen Wege" erschossen. Nach den vorliegenden Mitteilungen handelt es sich um einen reinen Willkürakt der OGPU von Tiflis. Es scheint,, dass Aptowitzer. den Atheisten yon Tiflis wegen seiner religiösen Tätigkeit schon lange ein Dorn im Auge war. Sie Hessen ihn deshalh durch die Geheimpolizei verhaften und kurzerhand erschiessen. Man versteht solche Fälle am besten, wenn man etwa folgende Veröffentlichung des „Gottlosen an der Werkbank" liest: Rabbiner vor dem jüdischen Volksgericht. In der jüdischen Abteilung des Volksgerichts in Kiew wurden kürzlich lo Rabbiner wegen der Organisation einer geheimen Jüdischen Unterweisung in eigens dazu begründeten Schulen verurteilt. Die Gelder für diene religiösen Kurse sammelten die Rabbiner in den Synagogen und unter den Kaufleuten. In den Schulen lehrten sie die Kinder die Weisheit der Thora und des Talmud mit Hilfe von Schlägen. 276