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Der Aufstieg · 1932-07-01 · 11 (7.1932) · p. Seite 275

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
11 (7.1932)
Date
1932-07-01
Page
Seite 275 (sequence 9)
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führt, empfiehlt der Verfasser ausdrücklich die blutige Verfolgung der religiösen Menschen und sagt dabei wörtlichj „Die Religion steht dem Kommunismus im Wege. Dieser wird nur da verwirklicht werden können, wo das Volk von der Religion befreit sein wird. Wenn für unseren Sieg 10 Millionen Menschen umgebracht werden müssen, so muss es getan werden, und es wird getan!" .. . Jaroslawski hält sich bei der Verkündigung des uneingeschränkten Terrors gegen religiöse Menschen an seinen Lehrer Lenin, der bekanntlich in seinen „Gedanken über die Religion" diese immer wieder brandmarkte und einen kr iege r i sc h en A t h e i s m u s betonte. Im Jahre 1922, als die Religionsverfolgungen bereits Tausende und Abertausende von unschuldigen Opfern gefordert hatten, empfahl Lenin die Massenverbreitung der atheistischen Literatur der Materialisten des 18 Jahrhunderts. Er hielt sie für geeigneter und wirkungsvoller als die trockene Doktrin der Marxisten. Unter diesen Atheisten, auf die sich auch Jaroslawski "stützt, wäre besonders Paul von Holbacjh zu nennen, der bekanntlich jede positive Religion bekämpfte. Lenin und Jaroslawski verachten ihn zwar, weil er „nur" ein bürgerlicher Atheist war. — wobei sie anscheinend vergessen, dass es im Jahre 1789 noch keinen Bolschewismus oder Marxismus gab — aber sie haben sein satirisches „Göttliches Wörterbuch" und vor allem sein „Systeme de la nature" gern benutzt. Jaroslawski liess sogar das „Wörterbuch" ins Russische übertragen und veröffentlichte es in der illustrierten Gottlosenzeitschrift „Bezboznik u stanka" („Der Gottlose an der Werkbank") im Jahre 1926 in einer Reihe von Fortsetzungen. Da Holbach natürlich auch die jüdische Religion stark ironisiert, steht er bei Jarolawski in grosser Achtung . . . Die Geschichte des russischen Judentums weist zwar unter dem Zarismus viele Demütigungen auf, aber alle Progrome zusammen kommen nicht im Geringsten dem beständigen Terror gleich, der nun schon seit 15 Jahren gegen die gesetzestreue Judenheit der Sowjetunion ausgeübt wird! Es ist z.B. ganz ausgeschlossen, die Zahl der erschossenen Rabbiner auch nur annähernd festzustellen, weil die Tscheka oder OGPU stets unkontrolliert arbeitet und alle Ursache hat, die Zahl ihrer Opfer geheimzuhalten. Immerhin werden wir nicht übertreiben, wenn wir annehmen, dass durchschnittlich jeder fünfte Rabbiner heute entweder erschossen oder wenigstens i m Gefängnis gehalten wird. Jaroslawski hat gerade in den letzten Jahren seine Terrortätigkeit gegen das gläubige Judentum verstärkt. Ich übergehe die verschiedenen Etappen der beständigen Verschärfung der Verfolgungen der jüdischen Religion, weil ich hier lediglich an einer Reihe von Beispielen zeigen möchte, wie dieser Kampf geführt wird. Jaroslawski hat bald nach der Befestigung der kommunistischen 275

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