Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 10 (4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 261 (sequence 19)
- Belongs to
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Israel ist in der Bibel ging und gäbe. Oer Aufbau — zwei Teil« (bis und nach V, 1) in einem Parallelismus, der je die Geschichte einer bräutlichen und einer ohelichen Liebe darstellt, wo je nach Überwindung von Leid und Elend die Geliebte aus fremder Umgebung wieder in ihr Heim geführt wird — die Einzelschilderung, die Eigennamen: alles fügt sich in die Sphäre bedeutungsvoller Symbolik. Dadurch braucht der künstlerische Charakter der Dichtung als eines Liebesliedes nicht berührt zu werden, das Thema ist vielmehr einheitlich und streng durchgeführt, aber: „Diese Liebesmär von Israels Volksschicksal wird Symbol der Einze-Uiebe, der Liebe von Mann und Weib." „Die Erde wird erst durch den Himmel begriffen, das Irdische erst im Religiösen erfa*st. Der Sinn der Erde ist der Himmel, die Musik der Sphären ist der wahre Rhythmus der Menschenaeele". Und darum hat auch der Verfasser mit kühner Geberde seine Buch „Allen Brautpaaren in Israel gewidmet". Eigene Abschnitte sind der Abfassungszeit und der Originalität des Sehir Hasrhinm, femer der Frage nach dem Verhältnisse zwischen Exegese und Midrasch .gewidmet. Wenn die schale Oberflächlichkeit, die es nicht fassen kann und darum für unmöglich und lächerlich hält, dass ein gewaltiger Dichter wirklich ein Lied der ^iebe von der Gottesliebe singen könne, wenn diese vertrocknete Engstirnigkeit nur wüsste, wie klein und lächterlich sie ist. .. Dann würde sie sich vielleicht durch dieses Buch aus ihrer öden Spiesserigkeit heraus reissen lassen. Die Ausstattung der Ausgabe, ist besonders sorgfältig. Da der Text in kurze Stieben aufgelöst ist und diese nicht von gleicher Länge sind, konnte die traditionelle stark geschlossene Wirkung des Satzbildes nicht aufrecht erhalten werden. Die Abschnittsbeginne sind nach Uberlieferter Weisse durch grosse Lettern des ersten Wortes gekennzeichnet, dieses ragt aber, in Abweichung von der Tradition, Uber die Zeile hinaus, statt oben gleichmassig mit dem Zeflenrande abzuschließen Eine Einzelheit, ja — aber sie zeigt so deutlich wie die ausführlichste Abhandlung, dass wir nichtsahnend und zu unserm Schaden uns von der Uberlieferung entfern« haben. S. 261