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Der Aufstieg · 1932-04-01 · 10 (4.1932) · p. Seite 258

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
10 (4.1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 258 (sequence 16)
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boluche GesuJt am einem Milieu, in dem «ine Geschichte, wie die von Kindermann und Genoasen, passieren kann. Menschliches Dokument ist das Buch nach zwei Richtungen hin. Erstens als ein Bilderbuch menschlicher Abgründe. Häftlinge, die dem Ermordet werden entgegensehen, und, um diesem Schicksal zu entgehen, zu Spitzeln, zu Agent« provocuteurs, zu Verrätern an ihren Idealen werden, sind da noch die Sympathischesten, um nicht zu sagen die Unschuldigsten. Aber die anderen: Diejenigen, die diesen Unglücklichen, die ihnen Dienste leisteten, das Wort brechen und sie nach eingeheimsten Diensten doch ermorden lassen; diejenigen, die von Berufs wegen oder zu ihrem Vergnügen unschuldige Leute angeben oder falsche Anklagen gegen sie schmieden; diejenigen, die Zehntausende von Menschen in den Eiswüsten von Nord-Sibirien verkommen lassen, — alle diese anderen kennen lernen, ihnen sozusagen gegenüberstehen, ihnen in die lächelnde Fratze sehen, das gibt erst einen Begriff von den Möglichkeiten des Menschen nach unten. Das Buch ist aber auch ein menschliches Dokument im Hinblick au/ die Möglichkeiten des Menschen nach oben. Mit steigernder Bewunderung liest man diese Geschichte eines jungen Mannes, der, zur Zeit der in dem Buche geschilderten Erlebnisse erst 21 bezw. 22 Jahre alt,- seinen Peinigern einen Mann, den auf Ihn eindringenden Qualen, Todesgefahren und Versuchungen mit Erfolg seinen eisernen Willen zur Wahrheit und Selbstbehauptung entgegenstellte. Und mit Genugtuung ' dürfen wir dabei erinnern, dass, wenn einer von den drei Angeklagten des Moskauer Studenten-Prozesses, von den furchtbaren Leiden zermürbt, die gemeinsame gerechte Sache preisgab, nicht er, Kindermann, der Jude, dieser eine war und dass gerade er sich durch seine besondere Kühnheit, seinen besonderen Wahrheitsmut, seine besondere Todesverachtung auszeichnete. Sind so schon der Gehalt des Buches und die Persönlichkeit seines Verfassers geeignet, im Leser ein brennendes Interesse zu erwecken, so wird diese Wirkung durch die Darstellung und Sprache noch gesteigert. Diese ist schlicht und frisch, jene jene ungemein lebhaft und anschaulich. Und so kommt'cs, dass, wer das Buch zu losen begonnen hat, sich davon nicht trennen kann, bis er es, trotz der 231 Seiten, fertig gelesen hat Und auch dann trägt er davon Eindrücke mit sich mit, die sich nie verwischen lassen werden. Dr. N. B. GEGEN DEN STROM. A. Hessen bicli. — Das Ehe-Ideal im Urteil der Mutter, der medizinischen Wissenschaft und der katholischen Moral. Neue (5. Auflage der Schrift De usu Matrimonii. — Verlan Martinusbuchhandlung fllertissen (Bau.). Paula Master-Platz. — Vorgeburtlich* Erziehung mit einem Voru'ort rem Professor August Messer. — Verlag von Felix Meiner tn> Leipzig. 1932. A. Hessenbach, ein katholischer Pfarrer, führt seit langen Jahren einen unermüdlichen Kampf für eine Eindämmung des Trieblebens in der Ehe — um der werdenden Mutter, des werdenden Kindes, um des natürlichen Zwecks und des seelisch-sittlichen Gehaltes der Ehe, um Gottes willen. Er hat selbst eine um- __fangrtichc Statistik über die verheerenden Folgen von Zügel- und Rücksichtslosigkeit in der Elie durchgeführt und eine sehr grosse Anzahl fachmännischer Sümnucn gesammelt. Er benützt dieses Material, um damit seine mit tiefem sittlichen Ernst vorgetragener, und begründeten Forderungen zu stützen. Ein 25*

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