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Der Aufstieg · 1932-04-01 · 10 (4.1932) · p. Seite 256

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
10 (4.1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 256 (sequence 14)
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Juden freudige Ueberraschung hervorgerufen. Spanien leistet in aller Form Abbitte für das, was ea in früheren Zeiten den Juden angetan hat, druckt ihnen Sympathie und Bewunderung aus. Allein, die Situation ist trotzdem für jene! spanischen Juden, die auf ihr Judentum Wert legen, keineswegs durchaus er- - fraulich. Wohl ist durch die neue Verfassung allen Staatsbürgern die religiöse Freiheit garantiert, aber dieselbe Verfassung verbietet die staatliche Subventionierung religiöser Gemeinschaften und damit verliert z.B. die jüdische Gemeinde von Madrid die staatliche Subvention, die sie bisher bekam. Noch weit bedenklicher ist natürlich eine andere Verfassungsbestimmung, die den Religionen verbietet, gesonderte Friedhöfe zu unterhalten. Doch auch abgesehen davon, haben die Judtn Spaniens wahrlich keinen Grund darüber froh zu sein, dass sie von den jetzigen antikirchlichen Machthabern geradezu in den Vordergrund geschoben, ja förmlich auf den Schild gehoben werden. Dass kann sich noch einmal bitter rächen, so wie sich ähnliches in andern Ländern bitter gerächt hat---- DER EROBERER DES WESTENS. Er will es nämlich werden, — nicht des ganzen, sondern nur des jüdischen Westens. Dazu reist er in den Landen herum, hält Vorträge Uber den „Untergang des Judentums" und hat auch ein Buch unter diesem Titel herausgegeben. Wir meinen den neuesten kommunistischen Spezialisten für die jüdische Frage, Otto Heller. Meist sind es Zionisten, die in seine Versammlungen kommen und ihm mit ehrlichen Bemühen Rede und Antwort stehen. Der Mann ist im Grunde die gesprochene Mühe nicht wert, weil er mit seinen blechernen Argumenten das Judentum sicherlich nicht zum Untergang bringen wird. Aber die Zionisten wissen doch, was sie tun, indem sie ihm und seinesgleichen besondere Aufmerksamkeit schenken. Der Kommunismus klaut ihnen nämlich den Nachwuchs weg. Er ist nicht wie die Orthodoxie — so schlagwortlos, weil am Ende zeitlos — auch nicht so bequem wie diese, sondern übertätig, er ist Mode, die grosse Mode, die neue Mode, die von allen den „erschlossenen" Jungelchen und Mädelchen unserer Tage der alten Mode von vor 30, 20 und 10 Jahren vorgezogen wird. Es tut uns aufrichtig leid, dass der Zionismus dermassen bedrängt wird, — wir sehen die jüdische Jugend immerhin noch lieber in zionistischer als in kommunistischer Hut — aber wir trösten uns in dem Bewusatsein, dass wir vom Kommunismus letzten Endes nichts zu fürchten haben. Trotz seines grossen Maulcs und trotz unserer augenblicklichen Schwäche dürfen wir sicher sein, dass nicht er das Judentum, sondern das Judentum ihn überleben wird. WIR UND DIE GOTTLOSEN. Otto Hellers Buch, ..Der Untergang des Judentums", wurde unter ariderm auch in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" rezensiert Dass die Kritik nicht gut ausfiel, ist bei der konservativen Grundrichtung des genannten Blattes selbstverständlich. Dass sie sich auch damit befasste, die Hcllersche „Widerlegung" der „Verjudung der Sowjets" zu widerlegen, muss sicherlich noch nicht auf Animositit gegen die Juden zurückzuführen sein. Aber nicht selbstverständlich ist und eine zumindest unfreundlich fahrlässige Unorientiertheit verrät es, wenn der Kritiker - A H K (Kober) - die Worte niederschreibt: „Vergeblich habe ich leider in seinem Buche danach gesucht: ob die Sowjetregierung auch gegen die Synagogen mit Sprengbomben tu Felde zieht, wie gegen die christlichen Gotteshäuser?" 25k

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