Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 9 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 231 (sequence 13)
- Belongs to
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einem jungen Menschen in die Hand geben kann? Sinti doch die beiden existierenden jüdischen Geschichtswerke in deutscher Sprache voll des schlimmsten Apikorssus. Dies und noch vieles andere hätten wir verbesserungsbedürftig befunden und uns wahrscheinlich auch zu verbessern bemüht, wenn wir uns die Müsse und die Mühe genommen hätten, uns ein wenig auf uns selbst zu besinnen. Die jüdische orthodoxe Jugend in Deutschland quält sich und undere seit Jahren mit der Frage: was tun? Wie bringen wir geistiges und religiöses Leben in unsere Reihen? Wäre die Ausführung des Hakhel-Gedankens nicht die richtige Betätigung für sie? Es muss ja nicht alles auf einmal gemacht werden. Man wende sich zunächst einzelnen Misständcn zu und versuche da Besserung zu schaffen. Die Freude am ersten Frfolg wird-dic Anregung für weitere Arbeit und somit für weitere Erfolge mit Gottes Hilfe sein. BEMERKUNGEN. In dieser lUibrik sollen Geschehnisse auf Ihren Hintergrund (»der iraf ihre Wirkungen hin in möglichster Kürte besprochen werden; auch Buchcrscheinungcn und sonstige literarische und künstlerische Ereignisse, die ja auch Geschehnisse im gesellschaftlichen Leben sind doch, weil so betrachtet, ohne alle literatenhufte Ambition. Und es Iii UM auch nicht gerade immer Neuestes sein, wozu wir unsere Bemerkungen machen. Wenn Aelteres da ist, das auf noch Wirksames oder auf noch mögliche Wirksamkeit hinweist, so wollen wir es nicht deshalb ubergehen, weil an seinem Beginn wir noch nicht da waren. ERNSTE STIMMEN. Wir rügen es-immer und immer wieder, dass eine gewisse Schichte jüdischer Intellektueller in Deutschland den Antisemitismus am besten dadurch abzuwehren Klaubt, dass sie nicht nur ihn selbst, sondern weit mehr noch die nationalen Losungen bekämpft, .und in diesen Kampf auch das ahnungslose und dank dem Antisemitismus um sein Gleichgewicht gebrachte jüdische Volk hineinhetzt. Und unser Tadel wird noch entschiedener, wenn sich ihre an sich begreifliche Erregung nicht bloss gegen die nationalen Losungen, sondern auch gegen die besondere Art dos deutschen Volkes wendet. Denn, abgesehen von der Kurzsichtigkeit solcher Urteilssprüche reizen sie auch so manche an sich nicht antisemitische Menschen auf, bringen sie dazu, von Antigermanismu.s zu sprechen '.und lassen sie so zu einer Rückenstärkung für den Antisemitismus werden. Umso erfreulicher ist es, dass selbst auf zionistischer Seite nach jahrzehntelanger Herrschaft der Durchschnittsassimilation abgetauschten Methode eines leeren, sentimental-liberalen Echauffements gegenüber dem Antisemitismus wieder, 231