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Der Aufstieg · 1931-11-01 · 9 (11.1931) · p. Seite 227

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
9 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 227 (sequence 9)
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las der König vor versammeltem Volke in der Asoro des Tempels verschiedene Abschnitte aus dem 5. Buche der Thora vor. Dieses Buch enthält bekanntlich die Reden, die Moses, kurz vor seinem Tode, hielt und die in der Hauptsache aus einein Rückblick auf die Vergangenheit, einer scharfen Auseinandersetzung mit dem jüdischen Volke wegen aller der Fehler und Sünden der Wüstenwanderungszeit und einem Ausblick auf die Zukunft bestehen. Israel sollte aus der Vergangenheit lernen, die Zukunft zu gestalten, sollte aus den begangenen Fehlern und ihren Folgen die richtige Lehre für die kommende Zeit ziehen. Das Buch Hadworim ist somit in der Hauptsache ein C.hcschlumn hanrfesch. eine geistige Abrechnung und Bilanz des jüdischen Volkes. Ein solcher Cheschbaun hanrfesch sollte aber auch das llakhel sein. Das geht schon aus den Abschnitten hervor, die der König bei dieser Versammlung vorzulesen hatte. Er las nämlich die ersten Kapitel des Buches, die alle Verfehlungen und Sünden der Vergangenheit in all ihren Einzelheiten und ihren bösen Folgen dem Volke vor Augen führen, und jene Abschnitte, die wir täglich bei Krias schma sprechen, in denen die Kabbolas aul malchus schomajim, die Bereitwilligkeit, dus Joch Gottes und der Thora für alle Zeiten zu tragen, ausgesprochen wird. "Hakhel" wollte also offenbar die Abrechnung, die Moses vor seinem Tode mit dem jüdischen Volke gehalten hatte und die eine bedeutende Besserung des Volkes auf Jahre hinaus zur Folge hatte, am Ende einer jeden Schmitto-Epoche wiederholen. Der König, der Führer des Volkes, sollte die Bilanz machen, sollte — gleich Moses — dem Volke all*: Verfehlungen und Sünden des vergangenen .lahrsiebents vor Augen führen, sie auf die Folgen ihrer bisherigen Handlungen aufmerksam machen und für eine Besserung in der Zukunft sorgen. Diese Hakhcl-Einrichtung, die des Volkes Gottes würdig und ganz vom Geist, dem idealen Streben der Thora erfüllt ist, ist — wenn richtig begriffen — wirklich geeignet, das jüdische Volk zu einer immer vollkommeneren Höhe zu erheben, um es schliesslich zu dem ihm von Gott gesetzten Ziel zu bringen, dass es ein Reich von Priestern und ein heilig Volk werde. Sie ist aber auch für die ideale Gestaltung des kommenden Geschlechtes, für die Erziehung der Jugend im Geiste der Thora von grosser Bedeutung. Der innigste Wunsch eines jeden jüdischen Vaters ist es, dass seine Kinder gottesfürchtig und gut werden. Will man das über erreichen, so genügt es nicht bloss an seinen Kindern zu arbeiten, ihre Handlungen kritisch zu beobachten und sie zu erziehen. Vielmehr muss man vornehmlich und in erster Linie an 227

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