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Der Aufstieg · 1931-04-01 · 8 (4.1931) · p. Seite 216

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
8 (4.1931)
Date
1931-04-01
Page
Seite 216 (sequence 22)
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wurden, dal! man ihn als ästhetische Leistung I*werte. Lr ist ihnen zu ernst dazu. Sie sinnen ihn aus dein Drange nach Erfassung des Unendlichen, aus Durst nach den Wasserquellen (iottes, so wie ihr Tanz der Tanz des Saul ist. Die Chassidim schreiten einen einseitigen Weg. Sie sehen nuch nicht, daU das Ziel erschütternd in seiner strengen Höhe ragt es über ims allen der QipfeJ tiner dreiseitigen Pyramide ist: Die Vereinigung der drei Keduschaus. Und wir? .... Wir stehen zögernd und mutlos im Schatten des endlosen Stufenturrm .... »ER KK1.1K I IWK «I K>M II UND l>J K (;KUKNSAT'/.V. Von Margarete C o Ii n (Königsberg i. P.). Der religiöse Mensch unserer Zeit mag sich und die (iefährteii seiner W eliansclT.iiiutig w ie auf einer Insel lebend empfinden, umbrandet und abgeschlossen von den Massen derer, die seine (ieistesrichtung nicht teilen. So unmöglich es für ihn wäre, eine h'lut nicht zu sehen, die seinen Wohnsitz Hingibt. elwusowenig kann er seine Blicke vor jenem bildlichen Ozean verschließen es sei denn, daU er an jeder Möglichkeit einer ersprieUlichen Wechselwirkung hin- oder herüber von vornherein verzweifelt. Unendlich verschieden sind die Bedingtheiten, die Motive und die Dualitäten l>ei allen jenen Menschen, die unter den-^iesichtspunkt:' nicht religiös fallen und wer könnte von jedem Hinzelfall sagen, daß er eine ungemischte Spielart dieses Hegriffes darstelle? Ls kommt hier auch nicht auf derartige Untersuchungen an. Hier soll eines < irundmerkmales gedacht werden, nach dem'sich die (icister zu scheiden scheinen. Doch soll dies-; da es sich um ein Stück Bekenntnis, um persönlich durchlebte Entwicklung handelt, nicht in rein objektiver Weise, sondern aus subjektiver. Erfahrung heraus, geschehen. Ls mag das Erlebnis der Schwelle genannt sein, das den Wanderer erwartet, den es aus Entfremdung und Verworrenheit nach dem Heimweg ins Land der jüdischen Tradition gelüstet - ein Lrlebnis. das seihst zur Schwelle für ihn wird und das Cr sich spater nicht mehr fortdenken öder als durch anderes ersetzbar vorstellen kann. Ks überkommt ihn im Still werden, gleichsam in einem Sichahstellen des Ich, was aber durchaus kein Auslöschen ist, und es ist die erste Ahnung der religiösen Sphäre und dessen, was sie in Wahrheit über alle sonstige Erfahrung hinaushebt: jeuer Linklang, in dem hier die Gegensätzlichkeiten bestehen, ohne in ihrer Schärfe aufgehoben oder abgestumpft zu werden. Ob der Mensch die Ahnung eines solchen Linklanges aufnehmen und ihr naehgeheu kann, ob er sich der sahbatlichen Stille solcher Anschauung beugen will oder ob es ihn von dieser Schwelle wieder zurückdrängt,%eil seine nur am Werktag des Lebens geschulte Linsicht auf tiefere Dialektik nicht anders reagieren kann als durch Konstatierung von Ungereimtheiten, die man schlichten müsse das entscheidet über sein geistiges Schicksal. Ts sind vielleicht nicht die Schlechtesten, welche die Beschäftigung mit der Religion deshalb scheuen, weil sie fürchten, unter ihrem LinfluLi das Organ \erlieren zu müssen für die Problematik und Widerspruchs* fülle des Lebens (in deren leidvolle Linsicht man heute fast etwas ver- MC

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