Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 8 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 213 (sequence 19)
- Belongs to
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im allgemeinen und für die Kameradschaftsehe im besonderen GIHck bei <kn Rennwetten . . . usw.. usw. ... (iih uns Wir bitten jene unserer Abonnenten, die ihr Abonnement noch nicht erneuerten, dies bald zu tun, damit in der Zusendung weiterer Hefte keine Unterbrechung eintrete. Wir berechnen bis auf weiteres die Abonnements nicht nach Kalender-Viertel- und Halbjahren, sondern nach der Anzahl der gelieferten Hefte (3 und 6 Hefte). BEttEHNlJN« MIT DEM ©STEHT Von Irene Hirn bäum, Ii. A. (Hamburg)« Der stärkste Eindruck, den der Westjude bei der ersten Begegnung mit dem jüdischen Osten -empfängt, ist Erstaunen. Trotz theoretischer Kenntnis von den dortigen Dingen kann sich die Phantasie die Wirklichkeit nicht malen. Wenn man in eine Stadt in Polen einfährt und auf dem Marktplatz Halt macht, dann kommt einem das Mild, das sich hier darbietet, traumhaft vor. Straßenbahnen fahren. Oben fliegt ein Acroplan vorbei. In streng geschiedenen Gruppen stehen Menschen da: (ilattrasierte Polen, nüchternen Blickes, flink in ihren Bewegungen, modern gekleidet — der Eindruck gänzlich europäisch. Und neben ihnen, deutlich abgesondert, eine Menge Leute, genau w ie man sie auf Jahrhunderte alten Bildern und Zeichhungen sieht und Wie sie sich das westliche Kind nur noch als Magier vorstellt. Wohl sind wir diesen Leuten schon auch im Westen begegnet, haben Me in seinen eisernen grollen Städten gesehen: Schweren Trittes und verloren Kinnen sie da ihren einsamen Weg. Wir schrieben damals diese Verlassenheit der Fremde zu und'wünschten uns sie in ihrer Heimat zu sehen — ob sie da wohl auch so traurig schreiten. Nun sind wir in ihrem Lande und haben die Antwort vor Augen. Nein, auch Iiier wirken sie noch immer wie exotische Pflanzen auf kaltem, feindlichem Boden. Denn die Polen sind Europäer und sie sind Orientalen. Doch auch nicht einfach Orientalen, denn auf ihrer Stirn brennt der Stern, der Auserwähltheit und vergessene Jahrhunderte Europas wittern um sie. Hie heutigen Europäer sind alle „jung", ihre Körper, ihre Gebärden, ihre Kleider, alles ist" vom modernen individualistisch-sinnlichen Schönheitsideal gestaltet. Die Kaftanjuden sind alle alt. Der Gesichtsausdruck * (st zwar kindlich oder vielleicht richtiger, elementar. Aber sogar die lugendlichen unter ihnen in dem Alter, in dem sie im Westen in den t legeljahren wären — scheinen nie in solchem Sinne jung gewesen zu ^ein. Man möchte sagen, sie seien mit einem schweren Verantwortungsgefühl belastet. Der Blick ist suchend. Lnd es dünkt uns unmöglich, daü Me von gleichgültigen Dingen sprechen könnten. Sieht man viele chassidische Juden zusammen, so tritt die uneuropäische Ligenart der Atmosphäre, in der sie leben, besonders klar zutage. Das westliche Auge erblickt einen anderen, ihm ungewohnten .Lebensrhythmus. Ihre Zeit läuft anders ab. Ihr Gang, ihre Bewegungen Miid wehmütig, versunken. Ganz ohne l ebergang bricht dann die Flamme Sil