Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 8 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 207 (sequence 13)
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trotzdem den Star nicht stechen lassen wollen — die Araber* Raben keine SJniid daran. . , DAS «OLUN IN KHEZ JISBOEL Haß wir heilte in unserem heiligen Lande genau SO Im liolus sind wie in irgend einem anderen Lande, weih jeder, den die Phrase nicht blendet. Und km . deutlichsten beut dies in Hinsicht uui das Geistige zutage. „Die Thora ist in ihrem Lande heute im Qaluth", lagt Sali Ueis in Tcl*Avf\ in einem ausgezeichneten, sachlichen und dabei eindringlichen Artikel, den er im „Israelit" veröffentlicht und der auch die veriehlte Aulienünd Innen-Politik der Zionisten 111 gediegenen und eindrucksvoll^ Ausführungen kritisiert. Und was wir da zu hören bekommen, rechtfertigt dieses sein Urteil. Der äußere Anschein, der z, B. in Tcl-Aviv dadurch hervorgerufen wird, dall der Schabhos offjzielluc Ruhetag ist. täuscht. Beispiele: »In den Dutzenden von Barhierl&dcii rasieren muh Morgen Iiis zum Abend jüdische Barbiere ihre (Mischen Kunden." Oder: „In den besseren Lebensiiiittelläden sind alte tretenen ausländischen Spezialitäten Wie /. 15. Schweinewürstchen, Corned beef, Kaviar in Dosen zu haben-:'auch dei christliche deutsche Metzger in Jaffa hat seine besten Kunden unter Tel-AviVs sogenannter Hautevoli, Wahrend des Sommers liefen an federn Schähbath einige tausend Menschen in den Liegestühlen am Meeressti and und linden nichts dabei.'' den Besitzern, gleichfalls Juden, einen halben Piaster in bar zu zahlen." Dieses Bild erhalt eine Ergänzung durch das. was wir .ms einem Berichte in einem zionistischen Blatte über die Purtmfcier in Tel-Aviv erfahren. Dält man m einer jüdischen Stadt Pur im festlich und lustig begeht, dagegen ist sicherlich nichts einzuwenden. DäO dabei ein Karneval im europäischesten Sinne des Worte» herauskommt, ist schon weniKer erfreulich. Aber es mag noch hingehen, denn es ist für die Zukunft ein schöpferisches Hinauswachsen ober die fremde Porm noch denkbar. Aber was soll man dazu .sagen, wenn der Purhit auch 'dazu benutzt wurde, um 'Schönheitskonkurrenzen zu, veranstalten und Schönheitsköniginnen zu. Wählen? Und noch mehr, dall es Verneinten w aren, die sich d.cses Vergnügen nicht nehmen bellen. Iis gibt keinen besseTen Beweis dafür, dall d.:s dolus den Juden nach Palästina nachwandert, ja. gewisse Uruppen von ihnen in ancher (icstalt, die sie früher Kar nicht kannten, erst dort erreicht als Verneinten, die „wütend um die Königin, kämpfen". Man denkt: Von allen Un'gtnieftheiten der modernen „Kultur" just die .geschmackloseste, kitschi ite und ärgerlichste! Und wohin verpflanzt? Just zu einer iiiüisJien Gruppe, die an gewohnt vvar. als eine der urwüchsigsten, jüdischesten anzusehen! Sah (icis lieschlicNt seinen oben zitierten Artikel mit den Worten: „Ca Zeigt sich heute wenn auch schüchtern in den linken LlCÜ " v1" Suchitfl 'lach einem stärkeren jüdischen Malt, nach eine; indischen Vertiefung. Hebräische spräche, Matikwah. Horrat.ui/ und Lektüre der zionistischen Presse und Literaturerscheinuogen genügen doch wahrlich denkenden' Menschen sul die Hauer nicht als Judentum. Das Durstgefühl ist vorhanden: ob es befriedigt w^rd. hangt davon ab. daü die Traditionstreucti den Becher zu reichen verstehen: dieser Entscheidung entscheidet sich ja aber auch die Uebcrwindung des I'hora-Galuth im Tboraland." Allem, was nütA s" müssen Wir Ueis entgegenhalten, citi gcdankeniiiäüixes Umlernen, selbst in weit gröBercm als dem bisher n -ch winzigen Ausmalte, wenn von der Lustseite her die ilntjudung in dunaivsten \ olksmassen eindringt. Und was das Verständnis der TradltiOflStreUttU, den Becher zu reichen. betriiit min. bisher haben sie eben nicht viel vpa solchem Verständnis verraten. Sonst durfte es Hl puncto Judentum und Jüdisch- 207