Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 8 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 205 (sequence 11)
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scher Dichter, der steh insbesondere m der national eingestellten deutschen Jugend großer Wertschätzung erfreut, dessen Einfluß aul diese "hiebt M leuKiien und nicht zu unterschätzen ist. Kamt sich nun dieser Einfluß nicht geltend machen. uii die Juxend nicht initzukonnneii vermag« wie in Hinsicht .ml das Hauptthcma des Ernst'sehen Artikels, aul das Christentum, das, nebenbei erwähnt, weder das Christentum der Kirche, noch d:ts Urchristentum, sondern ein ganz blasse«, nioderrillchei Qeheironls ist, so kann er sich um so sicherer in bezug aul das nebenbei behandelte Judentum durchsetzen. Da können die paar Worte von Paul Ernst zu dem Thema den blindwütigen, sinn- und herzlosen Jiideuh.tli der heutigen Jugend reichlich ..untermauern" helfen. raiTMCHIXDlUK "Wie unsere Leser aus der vorigen Nummer unserer Zeitschrift ersehen. Mi.d wir der HcTaiifbeschwüruiig von Pogromg.efahr angeklagt! Wir wollen nun nicht allein linier dieser Anklage stehen und andere, die den gleichen Anlaß geben, weiter in weiliem Unschuldskleid dastehen lassen. Es wird dem Sünder leichter ums Merz, wenn er andere sieht, die in derselben Sunde \crsjriekt sind und er freut sich, sie auch vors Tribunal schleppen-zu können . . . Wir lesen in der orthodoxen Wiener ..Indischen Presse" die (olgenden Siitze, die wir natürlich unterschreiben: „Darum Ist kein Wort der Abwehr und Aufklärung von. jüdischer Seile zu viel und darum muH auch alles vermieden werden, was mißdeutet werden konnte. Au\ solchen Erwägungen heraus müßten luden und Judeiistammltnce sich geflissentlich davor hüten, die Wortführer sexueller Reformbestrebungen zu sein, auch wenn das Sittcimeseiz der Thum den Juden nicht aller- Zweifel in diesen Dingen schon von vornherein entheben und an den Mann ebenso hohe Anforderungen Mellen winde wie au du Trau. Es konnte mancher Giftstoff der Schlange'des Judenhasses entzogen werden, wenn nicht gerade der Jude Ellenbogen Im Namen der sozialdemokratischen Partei den Kongreß religiöser Sozialisten begrüßen und der Jude Ma\ Wmler In einem Zukunftsbilde die Btcphanskirche durch eine „Vlktor-Adler-Hallc" ersetzt sähe. Hier müßte der 'Takt die Taktik vorschreiben und die Erfahrung lehrt, daß auch der Kommunistenherrschaft In Ungarn sicher kein so rasches Ende beschieden gewesen wäre, wenn sie sich nicht durch Enteignung religiöser fiesellschalrm* unmöglich gemacht hätte. Schließlich dient es auch durchaus nicht dem Abbau alteingewurzeltcr Gegensätze, wenn einem Siadtrat indischer Abkunft von ernster dcutschnatfonaler Seite erst hingst vorgehalten werden konnte, er habe den Geburtenrückgang Im deutschen Wien begrüßt." Doch auch das Hamburger „Israelitische T'aiiiilienblatt". eine Zeitschrift, die geradezu betont antiantisemitisch und auf Abwehr eingestellt Ist, gehl gefährliche Wege. Es bringt einen Bericht Ober einen Vorträg, den lOngsl der Psychoanalytiker Dr. Waller Schindler aul Veranlassung des Landesverbandes Groß- Berlin des C.-V. (!!( hielt. Da wird zunächst die Meinung des Vortragenden wiedergegeben, daß „sich die nichtiüdischcn Deutschen durch die h den bedroht fühlen." (Man merke: ganz allgemein, HiChl etwa eine Gruppe Deutscher durch eine Qruppe luden.I Dann wird aus der Diskussion folgendes mitgeteilt: „Dr. Möller-Claudius empfahl eine Versachlichung der Kampfmittel gegen die antisemitische Bewegung: es wäre völlig falsch, wenn die luden sich auf den Standpunkt stellten, im Nationalsozialismus nichts anderes als eine mit Vi rbedacht gegen alles Jüdische gerichtete Kampftendenz ZU sehen. Er könne all Nichtjude Ugefl, daß es viele Nationalsozialisten gäbe, die mit ideakr Min- 203