Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 8 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 202 (sequence 8)
- Belongs to
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EI IN'IC KTAFFK WKITKR Die Schmähung und Schädigung der Juden nimmt in Deutschland formen .in und weist Qradc am. wie sie unser immer bereiter Optimismus nicht iur möglich gehalten hätte. Der streibare JudenhaU ist immer noch im Wachsen. Seine Bazillen waren noch niemals so virulent wie fetzt Und was man gegen ihn unternimmt, ist Abwehr und Debatte, eine Almehr, die einer Naturgewalt mit Umtenbeweisen oder nw der aussichtslosen Scharfmacherei des Sehwaeheren beikommen will und dabei noch ernsthafte Kräfte abstobt und den Antisemiten tutreilit, und eine Debatte, die leider durch auf beiden Seiten herrschende Miliverständllissc und Verranntheiten nicht fruchtbar und nützlich werden kann. Ich halte schon einmal * lelegcithcit. aul diese Unfruchtbarkeit hinzuweisen. Damals wat von Walter MI o e in die Rede, von seinem MiUgeschick, wegen ein paar offener Worte in einer jüdischen Versammlung zu den Antisemiten geworfen zu werden, und von seineiirverhangnisvollcn Irrtum, kraft dessen er von den deut- -ehcir Juden ein hundertprozentiges Deutschtum fordert Ich habe auch schon auf die'..Deutsche Allgemeine Zeitung" hingewiesen, die einem ähnlichen Irrtum hingegeben ist und cm ähnliches Mißgeschick hat. wie Walter Hinein. Nun hat Paul I ev Itter, ein angesehenes Mitglied der Redaktion dieses Hlattes in der „Deut-. Nclieu Rundschau"%inen Aufsatz über „Kmistbetrich und Judenfrage" veröffentlicht der selbst einen Artikelschreiber der zionistischen ..Judischen Rundschau" allerding!) im Ucgcjisatz zu einer ernsten Betrachtung m einer anderen Nummer dieses Hlattes so angebracht hat. dali er Fechter wegen seiner Hinweise aul »Jüdischen Antigermaiiisnius" ganz ohne weiteres als Antisemiten anspricht. Habe) sind die Beispiele, die Fechter anführt belastend genug. Natürlich Dicht Hh* die deutscht Judcohcit als solche, aber für eben den Klüngel, um den es sich handelt und von dem sich loszumachen, diese deutsche Judenheit einfach zu naiv, zu nichtsahnend, zu geschreckt ist. Und insoweit bat Jakob Wassermann recht, wenn er ebenfalls in der ..Deutschen Rundschau" Fechter zuruft: „Helfen wohl Verhaltungsmaßregeln gegen Jud.i verrecke-' Im Urunde ist-es erschütternd, dali Sie vor die .in Leib unJ Leben, an Heist und Her/ bedrohten Juden«hiiitieten und sagen, sjc mögen ein Einsehen haben." Oegcnüber den Ausführungen Fechters bedeutet ein Artikel Heinrich larckes ..Der junge - Nationalismus und die alten Juden", den dieser in der „Literarischen Welt" die sieb ihm trotz entgegengesetzter Tendenz zur \erjttgung stellte erscheinen bei», eine weitere Klappe auf der Linie wenigstens ehrlich gewollter Verständigung. Ls ist dies jene Ftappe. die ich (s. Bemerkung ..Monomanie" in Nr. 7 des „Auistieg") schon erreicht glaubte, als ich auf den Schlulis.it/ des Hrnst Junge r'schen Aufsatzes in den ..Suddeutschen Monatsheften' (..Die Judenfrage") blickte, um aber später beim Durchlesen des ganzen \rtiktis schwer enttäuscht zu werden. Jarcke geht, wenn auch manchmal bitter werdend, ohne die Schmähungen und Rücksichtslosigkeiten, die sich Jünger zuschulden kommen bell, der Frage zuleibe. Interessant ist schon die Anknüpfung an Ulam Müllers Theorie, die teilweise auch mit Fichttt Anschauung übereinstimmt. Ja Ii dir ludlscbe Maat Mosis geradezu der Prototyp des feudalen Wehrstaates *ci. und die Aulzeigung der polaren lüdlachen Möglichkeiten (Repräsentanten Friedrich Julius Stahl einerseits und Benjamin Disraeli anderseits). Sonst von der Notwendigkeit oder auch nur Nützlichkeit der Assimilation kein Wort mehr, sondern Im Qegenteile eiml'rngramm. das in den folgenden Worten gipfelt: ..Die neue nationale Bewegung des deutschen Volkes ist ja nicht eine Summe von ausgemachten Erfindungen, Systemen, sozialen l'anazeen das ist gerade der