Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 8 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 201 (sequence 7)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4884546-5428396-5428430--226-4884755- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
oder maskiert, dein famosen Kulturholschcwismus Vorschub leisten,' das Spiel der (iottlosen spielen.- DER ÜBKBMCT DKB UOTTLOMKN Die kulturelle Holschcwisieruug Deutschlands macht reißende I ortschritle. Insbesondere tritt die ■IttireJigiflse Propaganda immer dreister aul. Die roten Elternbeiräte arbeiten gründlich. Desgleichen die Kinder selbst. In den Schulen kursieren besondere hektographierte Zeitschrilten. wie „Kote Schullahne". ..Alarm", „Schulbombe". „Rote Windmuhle'". ..Schulgranatc". „Schulhcsen". „Roter Pionier", „Koter Schulsender", „Kote Anna". in denen gegen die bürgerliche Gesellschaft, namentlich aber gegen die Religion (..das Marcheu vom laben (iott") In der dumm-rohesten Weise gehetzt wird. Außerdem hetzen dTer Zeitungen lür die Erwachsenen, die Ausstellungen mit ihren widerwärtigen Uli« gchcucrlichkciten, die DcmonSlralionen auf der Straße und in den Versammlungen. Die Bewegung ist so weit gediehen, dall es nicht als übertriebenes UReü erscheint, wenn auf einer Versammlung des evangelisclien RcichsvIternhuiieVs gesagt wurde, dall im Eullc eines (ieneralaugriffes auf Kultur und Religion die Hälfte des deutschen Volkes auf der Seite des Bolschewismus stehen werde. Natürlich erhalt die ganze Bewegung ihren Autrieb aus Pulli.md. wo die Hetze gegen diu Religion von Staats- und Rcgicrungswcgen mit äußerster Brutalität betrieben w"ir<t: W'ie weit man dort scIumi gekommen ist. verrat u, a, eine Schulszene, die auf dem oben erwähnten Eltcrntug mitgeteilt wurde: In einer Schulklasse wird über (iott abgestimmt. Dir Lehrer leitet die Abstimmung. Wer noch an (iott glaubt, soll die Hand erheben. Nur einige wenige heben die Hände. Der Lehrer lächelt höhnisch, die andern Schüler erheben ein Spott« velächter. Da lassen auch die paar gläubigen Kinder die Hände wieder sinken, l ud die ganze Klasse gröhlt: „(iott ist durchgefallen! :." \ bCckschlAgk - Die deutschen Nationalsozialisten haben in der letzten Zeit unzweifelhaft Puckschläge erlitten. Ob diesen bald weitere folgen werden, lädt sich kaum mit Sicherheit voraussagen. Jedenfalls ist es vorsichtiger, nicht damit zu rechnen. I'nd vernünftiger, seihst wenn man damit rechnen könnte, nicht zu glauben, dali nunmehr alle Not vorbei sei. Die (iefahr des Antisemitismus liegt nicht so sehr in seinen extremen bösartigen oder tollen Vertretern, sondern darin, dall sich diese in aufgeregten Zeilen auf die ruhigen Bürger stützen können, die sie aus einer temperierten, aber um so gefährlicheren Mißstimmung gegen die Juden oder aus (iesinnungsverwandtschaft auf irgend welchem politischen (iebietc - gewähren lassen. Darum ist es ja auch zumindest klüger, wenn man sich gegen die Nationalsozialisten nicht als Nationalisten, sondern cJh.ii iiui als Antisemiten wendet. Was hat man auch mit der bisherigen politischen Methode erreicht? Oder will man sich wirklich einbilden, dali die Rückschläge, die der Nationalsozialismus in der letzten Zeit erlitten hat. auf die indische (iegnerschaft oder auf die Entrüstung weiter christlicher Krvise über die .mtisetnitischen Erbärmlichkeiten der Nationalsozialisten zurückzuführen sind? I»t is vielmehr nicht klar, daß sie der Zwietracht in den eigenen Reihen und der wachsenden Unzufriedenheit der rechts gerichteten Bürger mit der kindischen l'ngehärdigkeit der .Nationalsozialisten aul allgemein politischem Oehietc zu danken sind? Man denke darüber nach! ....