Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 [7] (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 187 (sequence 17)
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Kinn der Vorlesung; die Anwesenden bat, nicht zu rauchen, da Herr Agnon das Rauchen nicht vertraue. Worauf Agnon, das Podium betretend, saute: „Min Irrtum, ineine Verehrten! Ich vertraue das Rauchen schon ganz gut, aber der liebe (iott vertraut es nicht an diesem Taue". Hin« feine Abfuhr, fürwahr! Doch wie traurig der Anlall! Und wie noch trauriger, daU er nicht einer Ausnahms-, sondern einer Durehsehnittsgesinnung entspricht. Ks ist ja leider so weit gekommen, dali jeder gebildete oder halbgebildete, xanze oder halbe Hachkopf sich schämt und für seinen unten Ruf als Freigeist furchtet, wenn er einmal eines religiösen i iebotes auch nur von fernher Erwähnung tun soll. Wann kommt endlich der große Uesen, der den AnmaBungsunrat dieser unseligen Menschensorte aus d«r Menschheit und aus Israel fortlegt?! * LUXUS Jide Leib Orlean: der farshwlndtner ganeldn. a wort welgn mode In luksus. iarlag „Bajs Jakow", Warshe S69I. Üs entspricht ganz den Hoffnungen, die man seit Jahren auf Orlean set/.t. d.ill er sich nicht nur als Arbeiterführer betätigt, sondern auch um die jüdische Allgemeinheit Sorge traut. Parum ist er ja auch Mitglied der Aulim-demeinschait geworden und darum drängte es ihn letzt, seine Broschüre gegen den Luxus und gegen die Afodehörigkeit vieler .seiner jüdischen* auch Uberlieferungstreuen Landsieute, namentlich der weiblichen, zu schreiben. Ks sind Worte, wie sie eben nur ein Mann finden kann, der zu den berufenen Mahnern und Rundem gehört, und dabei Worte, dre den (ieuenstaud, rein sachlich genommen, erschöpfend darlegen; Zw-ei Punkte iu dieser Parleuunu sind von besonderem, der eine von tlreorejischem, der andere von praktischem Interesse: Der eine die Peststellung, daU der uetadelte Luxus gar nicht Schönheit schafft, sondern im (ieucnteile sie --tört; der zweite der Vorschlau einer Anti-Lu*<rsbewegung. Die Anhänger sollen Abzeichen trauen, um in der Solidarität Mut zum Trotze ueuen die spottenden Entarteten zu finden und zugleich mehr Eindruck auf diese zu machen. ■ Wir dürfen, wie die Dinge elren liegen, von Solchem Vorgehen nicht zu viel erwarten. Aber sicherlich auch nicht zu wenig, wenn die Sache nur ordentlich in die Hand, uenonimen wird. Dazu müßten allerdings vorerst die Personen zusammengefaüt werden, welche die ersten, die Pioniere sein zu Wullen, den Mut haben. Das heiUt: Auhm-Arbeit ist Voraussetzung. K13VK JCD1NCHK HKILMARMKK Irucnd ein amerikanischer Jude, der "sieh zum Stierkampfer hatte aus- I ilden lassen und seine erste Gastspielreise nach Spanfeil antrat, wurde lür eine Weile Mittelpunkt des amerikanisch-jüdischen.Interesses. Man war Mjil/ auf ihn, w ie in vergangenen .Zeiten auf einen Jlui**r*Keln "Wunder, wenn bei einer durch solches und ähnliches Interesse gekennzeichneten Volksnientalitat ein anderer amerikanischer Jude auf den Gedanken kam. eine Organisation ZU »runden, die'unter dem Namen „Sera Awrohom" enthidete, vom Erwerbs- und V'ergnOgnngsleben Amerikas betäubte Juden n.ich den Methoden dir Heilsarmee tum Judentum und zu judischem Leben zurückführen will. Die Mitglieder der Organisation wagen sich an alle Orte, w.o die verwahrloste jüdische Jugend zu linden Kt, uud predigen dort. f!s sollen auch schon beträchtliche Erfolge er» kielt sein. 187