Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 [7] (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 179 (sequence 9)
- Belongs to
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■ V ■ ' ' / •„ . immer gilt es daher, Verständnlslosigkeit und Ahnungslosigkeit, ob sie nun im Verborgenen blühen oder anmaUllch hervortreten, zu überwinden. Dazu brauchen wir die Unterstützung unserer Freunde, der alten wie der neu gewonnenen. Sie können uns helfen, den „Aufstieg" zu halten. Wenn jeder von ihnen nur zwei neue Abonnenten gewinnt, sind wir in der Lage, unsere aufklärende und weckende Arbeit gesichert fortzuführen. Verlag und Redaktion. AUILIM IM) \ H Uli II i:H-Mi l l><> Von Naftall S z t z u*p a k (Warschau). Unsere Zeit kann mit Recht die Zeit des Kollektivismus genahnt -werden. Der Sinn für das Gemeinschaftsleben ist im heutigen Menschen sit stark entwickelt, daß Ihm keine Zeit bleibt, über sich seihst als Individuum nachzudenken. Von allen Seiten hört man die großen Worte: Menschheit, Volk, Klasse, um so weniger aher das einfache Wort: Mensch. Verschiedene Ideen, sowohl wissenschaftliche als polirische und soziale, tauchen in der Gedankenwelt des heutigen Menschen auf. die sich alle, damit beschäftigen, den Gemeinschaften zu helfen, aber keine, die den einzelnen Menschen schöner, besser und edler machen will. Wenn wir diese Erscheinung untersuchen, so finden wir. daß sie das Produkt der europäischen Zivilisation ist. Diese ist es, die den Menschen gelehrt hat, jede Sache nur in ihrer Totalität und nicht in ihren Klnzcliieiten, aus denen sie sich zusammensetzt, zu betrachten; soviel.als mögliclijin die Welt und so wenig als möglich in die eigene Seele zu blicken. Und darum ist ja auch die Menschheit samt allen ihren Gemeinschaften für den heutigen Menschen anstatt zu einer Gesamtheit der Seelen besitzenden Menschen eine-Art Mechanismus geworden, den jeder mit seinem besonderen Schlüssel oder Hebel In llewegung setzen will. So ein Ideenmechaniker hält sich natürlich auch für ein höheres Wesen, das nicht allen Prinzipien, die für die untergeordneten Bestandteil-Menschen gelten, unterliegt. Und seine Idee erscheint ihm als eine Art Heiligtum, für - das er mit tausenden Menschen, ja sogar mit Generationen cxi>crimciitieren darf. Darum sind wir ja auch heute Zeugen des sittlichen Niederganges des Menschen: Die den Frieden predigen, bereiten den Krieg vor; die Verkünder der sozialen Gerechtigkeit säen HaU und Zerstörung: die Arsenale der Wissenschaft erzeugen die stärksten Werkzeuge der Vernichtung und die Jünger der Wissenschaft sind oft einfache Muligane. Natürlich führen sie alle stets die erhabensten Ideenzur Beglückung der Menschheit im Munde. Theorien ersinnen das können sie. aber zur Seele des Menschen haben sie keinen W eg. Auf dem Altare des Zukunftsglücks der Menschheit w ird der Mensch geopfert. In einer Zeit so trauriger Entartung nahm die Aulim-Bewegung ihren Anfang. Gegenüber der Sintflut von Bewegungen für das Kollektivuni ist sie die Bewegung, die zti dem einzelnen spricht, die in ihm das Verantwortungsgefühl als Mensch weckt vor Gott, vor sich selbst und vor der 17t