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Der Aufstieg · 1931-02-01 · 6 [7] (2.1931) · p. Seite 176

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
6 [7] (2.1931)
Date
1931-02-01
Page
Seite 176 (sequence 6)
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fasser, den unglücklichen Alleinbesitzer dieser Erkenntnis, vor sich sitzen Wie weiland König Belsazar stieren Blickes, mit schlotternden Knien und totenbla'O. Seine Darlegungen gipfeln in einer Warnung vor der Beteiligung der Juden an pazifistischen Bestrebungen. Der Verfasser ist empört darübcr( daß Juden und noch dazu fromme Juden, unbelehrt durch jene Gewalttaten, Pogrome und Pogrömchen in den Ländern Ost- und Mitteleuropas sowie in der Stadtbahn, Sympathien für den Prieden auf Erden äußern, und er ermahnt sie. „uns nicht die Völker auf den Hals zu hetzen", sondern die törichte Sympathie für so „ölige Phrasen" rechtzeitig aufzugeben, damit es nicht „noch schlimmer komme". Er behauptet, daß die antijüdischen (iewalttaten, Pogrome und Pogrömchen nichts anderes seien als eine Abwehr gegen das Wirken zersetzender Jüdischer Kräfte, durch die die „Völker" sich bedroht fühlten. Er fügt zwar hinzu, daß es durchaus unzutreffend sei. Juden und Judentum als für diese Zersetzungsgefahr verantwortlich hinzustellen, vielmehr falle die Schuld auf die „Völker" selbst zurück, denn der Weg ihres Strebens sei „der Weg des Begehrens und Aufbegehrens, des Neides und des Terrors" und sie hätten die Juden auf diesen Weg gelockt und müßten daher sich bei sich selbst bedanken, statt die Schuld bei den Juden und noch dazu bei allen Juden zu suchen. So weit der Verfasser. Er erhebt eine ungeheuerliche Anklage und sucht diese dann durch ein Argument zu entkräften, von dem er sich sagen müßte, daß es kein Entkräftungsargument ist, vielmehr im Gegenteil die „Völker" erst recht zu (iewalttaten, Pogromen und Pogrömchen Regen die Juden zu hetzen geeignet ist. Es ist zwar unzweifelhaft richtig, daß derjenige, welcher eine (iefahr selbst verschuldet hat, sich über die Gefahr nicht beklagen dari. Aber ebenso unzweifelhaft richtig ist es, daß gerade, er in erster'Reihe verpflichtet ist, die von ihm verschuldete Gefahr abzuwehren. Wer einem Jungen das Schießen oder das Spielen mit Streichhölzern usw. beigebracht hat, der hat zwar, wenn der Junge mit «einem Schießprügel Menschenleben gefährdet, wenn er Häuser anzündet usw., nicht das Recht, sich zu beklagen. Aber er hat in erster Reihe die Pflicht, den Jungen unschädlich zu machenden an den Rettungsarbeiten zu beteiligen usw. Wenn also die ungeheuerliche Behauptung des Verfassers wahr wäre, daß das Leuen der „Völker" durch jüdische „zer— setzende Kräfte" bedroht sei. dann wären die „Völker", von denen die luden die Zersetzung angeblich gelernt haben, zwar nicht berechtigt, sich zu beklagen, aber sie wären, ohne sich mit Selbst vorwürfen aufzuhalten, vor allem verpflichtet, die betreffenden luden unschädlich zu machen. Einer Widerlegung der nicht ernst zu nehmenden Beschuldigungen, die der Verfasser ausspricht, bedarf es nicht. Sie sind lediglich als das Produkt eines durch krankhafte Angst in Verwirrung gebrachten Geistes zu werten. Oder wie anders wäre z. Bfolgendes. Paradoxon seines Artikels /u erklären?: Der Verfasser preist „den Weg der Geduld, der Liepe und der Weisheit" als den jüdischen Weg, er beteuert, daß wir uns bemühen müssen, „überzeugendes Beispiel zu werden", also vor allem überzeugendes Beispiel der „Geduld, der Liebe und der Weisheit". Wie liefert nun der Verfasser seinen Lesern das überzeugende Beispiel, daß er Geduld; Liehe und Weisheit übt gegen seine Brüder und Schwestern, die in dem Irrtum befangen sind, daß es etiler sei. statt das Begehren und ^Aufbegehren, den Neid und den Terror zu fördern, den Erieden auf Er-

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