Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 [7] (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 175 (sequence 5)
- Belongs to
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Hehn Gegengewicht gegen die Städte im Interesse der Völker und ihrer Kulturen für nötig hält, so leugnet man damit doch noch längst nicht die Bedeutung und Notwendigkeit von Städten überhaupt und pldicrt damit noch nicht für ihre gänzliche Liquidierung. Wenn man für den Bauernstand als das durch Natur- und (iottnähe unverbrauchteste Material der Gesellschaft Verständnis hat, so ist man doch damit nicht für seine Un- Vollkommenheit und Fehler blind, kurz es sind Einwände, die nicht ernst genommen werden können und nur auf Unlust an ungewohnten Gedankengängen, auf einen gefühlsmäßig verankerten Widerstand gegen diese zurückzuführen sind. Eine böse Erkenntnis fürwahr! Aber je böser, um so nachdrücklicher soll hier noch einmal und in letzter Stunde gesagt werden: Unsere und die nächste Zeit und die Ewigkeit verlangen* vom jüdischen Volke, wenn es nicht Zeit und Ewigkeit verlieren will, den Aufbau einer jüdischen Landwirtschaft, überall wo er nur möglich ist und möglich gemacht werden kann. Sie verlangen von seinen Führern und Beratern, daß sie das Volk in diesem Sinne führen und beraten. Sie verlangen aber insbesondere von den der.Thora Trcugebliebenen und von deren Führern und Beratern, dali sie die Sache des landwirtschaftlichen Aufbaues, die gerade für die Festigung der .liidischkeit von größter Tragweite ist, ganz zu der ihrigen machen. Denn, sagen sie. andern nachgehumpelt wäre nachgerade genug. Zeit, einmal voranzuschreiten! EIN SCHREIBEN DES HERRN RABB. DR. KAAT'/ UND DIE ANTWORT DARAUF Wir erhielten folgenden Brief: Hindenburgr O S d. 12. I. 193t Sehr geehrter Herr Redakteur!_ - In Nr. 6 des „Aufstieg" haben Sie einem Artikel „Muß es noch schlimmer kommen?" Aufnahme gewährt, der geeignet ist, große Verwirrungen anzurichten, und der daher eine Abwehr erforderlich macht. Der Artikel geht von der Tatsache antijüdischcr Gewalttaten, Pogrome und Pogrömchen aus und behauptet, daß der Charakter dieser Attacken in den Ländern Ost- und Mitteleuropas sowie in der Berliner Stadtbahn der einer ..pathosgeladenen"') Urteilsvollstreckung an Schwerverbrechern sei, der alicr glücklicherweise von der Masse der Juden nicht erkannt werde. ..Denn wehe denen, die ihn klar erkennen . .. Wie ungeheuerlich die bloße Erkenntnis ... Und wie schrecklich die Angst ..."'-) Man sieht den Ver- ') Wie der Verfasser auf den Ausdruck „pathosgeladen" kommt, entzieht sieh meiner Kenntnis. Vielleicht spielt er auf die bei pazifistischen Veranstaltungen von Nationalsozialisten geworfenen Bomben an. Aber diese waren nicht mit Pathos geladen, sondern mit einem anderen üblen Stoff. ') Die hier unvollständig zitierte Stelle lautet vollständig: ..Wie ungehcuerlich die bloße Erkenntnis,;:ueh wenn gerade keine (iefahr dreht, und wie Jtreeklieh die Angst, dali es wirklich niemals möglich werden sollte, das Richter« und Nachriehtcrpathos dieser antijudischen Ueberzeugung zu erschOttern, die Angst vor der Ewigkeil des Pogroms, der Pogromneigung und der Pogrom« i.higkcit!" 17»