Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 [7] (2.1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
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Ja, es teelit um die Zukunft. Nicht nur auf die Abhilfe für die unmittelbare Gegenwart, sondern auch auf die Zukunft bezieht sich die Sonderantwort, die wir infolge unserer eigenartigen Stellung unter den Völkern auf die Wirtschaftskrise zu geben haben. Vergessen wir nicht, dali noch vor dieser Krise, ja noch vor dem Weltkriege die wirtschaftliche Laxe unseres Volkes bedrohlich genug war. Wer das Elend der Millionen im Osten nicht kannte und wer nicht hinter die Kulissen des jüdischen Wohlstandes im Westen zu blicken verstand, konnte sich von diesem Wohl- Stande täuschen lassen. Nun sind diese Kulissen weg, nun gähnt uns von allen Seiten das graue Elend an. Nun beginnt uns schon allen eine Ahnung davon aufzudämmern, was nur wenige unter uns schon damals wußten, dali wir Juden eine ökonomische Formation bilden, die ihresgleichen nicht hat — eine Formation fortgesetzten Erdbel>ens, immerwährender Unsicherheit, eine Formation, die uns nicht nur im Wirtschaftlichen hin- und herschleudert, sondern auch unsere Volksgesundheit zerwühlt, unsere Seelen unstet und unruhig macht, unser Gottcsvolkstum und unsere Jüdischkeit erschüttert. Wir haben keine Hoffnung, dali mit der allgemeinen Deruhiitung auch für uns auch nur die „besseren" Tage wiederkommen werden, die wir irüher genielien durften. Es ist für uns nicht mehr soviel Platz, wie ehedem an der Sonne, falls wir die alte Formation nicht los werden. Die letzten Reste des Entgegenkommens, das wir doch noch fangen, sind weg. Auch auf dem Uebiete der kommerziellen und freien Berufe. — die wir nicht monopolisierten, wie man uns nachsagt, aber, die sozusagen uns monopolisierten — werden wir immer mehr zurückgedrängt. Was soll da aus uns werden? — nicht nur in Hinsicht auf unsere sozialökonomische Stellung. Wo sollen bei derartigem wirtschaftlichem Verfall uusere Massen das Gleichgewicht hernehmen, um dem Bosen, das sicfi in jeder, Menschenseele birgt, Widerstand zu leisten? Wo sollen sie die Kraft hernehmen, um unter der Rute des Elends dem Väterglauben und den jüdischen Ur- und Fndidealen die 'I reue zu bewahren? Dali Einzelne die Kraft haben werden, so wie sie sie jetzt haben, ist ein schwacher Trost. Israel wurde als Volk auserwählt und. wenn das Volk von der Auserwähltheit nichts mehr wissen will, dann ist die Leistung der Einzelnen wohl ein Kid du seh ha schein, aber dem Willen Gottes ist nicht Genüge getan, der grolie K i d d u s c h Ii a s c h e m durch das hierzu auserwählte Volk ist nicht erzielt. Nein, in solcher Lage nicht an unsere Zukunft denken, nicht endlich in uns gehen, hielic die heiligste Pflicht gegen Gott und gegen unser (iottesvolk verletzen. Wir hätten sie ja schon längst erfüllen sollen. Schon vor dem Weltkrieg hätte uns klar sein müssen, dali es mit der Herufseinseitigkeit und dem ausschließlichen Städtertum unseres Volkes nicht so weiter ginge, dali wir damit einer Zerrüttung unserer Wirtschaft, unserer leiblichen und seelischen Gesundheit und einer völligen Unhaltbarkeit unserer Stellung unter den Völkern entgegen eilten und dali wir darum alles daran setzen müßten, gröbere I eile unseres Volkes wieder zu unmittelbarer Arbeit am Stoffe der Schöpfung zu erziehen, namentlich mit der Scholle in Verbindung zu bringen. Damals schon hatten wir alle gangbaren Wege zu diesem.Ziele einschlagen müssen. Mit dem Augen- Micke, da wir größere nillMigcnfreihcit bekamen, hätte dies unsere erste IIS