Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 20)
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licrn*uiii vudinei zwei Drittel seines Buche* der "Untersuchung des Wesen- J den Auswirkungen von menschlichen Gruppierungen überhaupt und bc- '.mdclt erst hn letzten Drittel den Antisemitismus als Oruppenerscheinung. ti entwickelt, in der Darstellung der Oruppc als Wrrkuugsgcbict von lelndvclMltswntlrtitntS viel (IclM. Aber es wird sich wohl kaum aufrecht erhalten lassen duß die menschlichen (Jrtippen, seien sie ethnische, religiöse, soziale oder ..ndere. im (Inindc nur dazu da sind, damit die Menschen dem Bedürfnisse in ihnen aufgestauten Haß zu entladen, Oenüge tun. Und ebenso nicht, daß der zu entladende Haß im großen und ganzen gar nicht Kachhaß für erlittene Unbill ist. •« ndern ein Zürnen, das in det Hauptsache auf allgemeine, von der Natur herrührende, erlittene Schmerzen, also sozusagen auf die Nerven zurückgeht. Ks In Tics eine viel scharfe Ueherspitzung der Wahrheit, daß sich zwischen (Inippen und namentlich, wie Hernstein hervorhebt, zwischen Nachbargruppen Jcrselhcn Kategorie Keindschaftsgefühle entwickeln, wenn sie nicht durch be Mindere Orundc an der üntwieklung gehindert werden. In der Anwendung seiner Theorien auf den jüdischen hall betont der Verlier die Anssic'ü'losigkcit aller Bemühungen, den Judenhaß, der eben Uruppen teindschait sei. mm Schweigen zu bringen und weist auf den erschwerenden Um -und hin. daß die luden überall eine zahJenmäBfg unterlegene und durch kein nationale* Zentrum geschützte Ol tippe sind, so daß sie immer und überall im Oruppenkampf'i. niter1icj:en missen. Fr geht dabei so weit, es für den Antisemitismus fordernd zu halten, venu luden an sich arbeiten, um zu höheren Hufe/i ethischer und ätthctLscher l.ebensiühning emporzusteigen, da dann die M.denfelnde um so emsiger nach verlogenen Argumenten für ihren Judenhaß Midien. Ni.ii dari ma M M.iierlich nicht eine vollige Ausheilung der antim mltlstlun Knnkhcli in absehbaren Zelten erwarten, aber daß ein wirkliche*- ' tatkrlftigcs Streben der .luden nach einem hohen ethischen und ästhetischen Niveau, bzw ler positive l:iolg eines solchen Strebens ohne jede mildernd I niwirkung am die Vtrtrtdi nrJen Itreppen sein müßte, braucht man auch nicht zu glauben. Daß IkTiistcIrr-dtc—Indische Religion mit kühler Sachlichkeit unter die < iruppenmcrkmale des jüdischen Volkes einreiht, ist bei ihm, dem ausgesprochenen Nationalisten, nur selbstverständlich. Ebenso, daß ihm der Antisemitismus aus religiösen Antrieben als Oberholl und auch für die vergangenen Zeiten nur scheinbar durch diese hervorgerufen erscheint. Darauf, daß. abgesehen von der durch die Zerstreuung gegebenen (lelcgcnheit -die Feindschaftsgefuhli zu aulterii. die tiefste Ursache des Gegensatzes /wischen luden und den anderen Völkern im Religiösen liegt, kann Hernsteiu als offenbar .ircligiöscr Mensch natürlich nicht kennen. ■CIUK HUTIttK AI HEIN ASilJKKHK/IV.lJlSt. 111 B e»u t i p n I' c s s I e r. Die jiddische R e I i g j c in die jiddische N a c i e. leschurui.Verlag. Warschau IW. rv ihn« und mutigt Abrechnung mit der Assimilation und dem Natioilalismu», rückhaltlose AuseinalldcfScIZlitiy. mit Achad-Haam. Httber und Hialik. drin gcnde Mahnung zur Hesinnung aul die eigentlichen Aufgaben des jüdischer \olkes und ein warmer Ruf tum Anistieg, ist der Inhalt dieser Broschüre. Sie ist klein ae t rmang, aber groß an Inhalt und sagt mehr als manches dickleibige Ruch. Sie ist erschienen, als der Zionismus sich noch himmclsturmend gebärden. .■:«. seihst die Orthodmlj i hrfurchlsvnlt vor der zionistischen Politik und ihren IM