Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 18)
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Der i all erinnert au einen ähnlichen noch peinlicheren, da eine jüdische «in.ßgememde dem bekannten Professor Ereud. einen direkten Hetzer geger dK Religion, der nicht einmal auf kosmisdie Religiosität Anspruch erhebt, und den wir noch lange nicht Professor Einstein gleichstellen wollen, die Ehrenmit ghedsdaft verlieh. Ja. es ist weit gekommen mit unseren Juden. Man frage slcn doch, oh CS moghJi gcwcseri wäre, daß ein christlich-religiöses lUatt einen Aufsatz von Mackcl gebracht oder eine evangelische (lemeinde ihn zum Ehrcninitgflcd 'ernannt hätte V . . KIM KLKIN WKMIU BALHAM Ks hat den englischen Politikern gefallen, auf die schweren Wunden, dir . sie dein jüdischen Volke schlugen, ein klein wenig Balsam /u träufeln. Alles soll nur so eine Art Mißverständnis gewesen sein, sie hätten dieselben guten Abstellten wie fiühcr. Nun, man soll sich dem Balsam nicht widersetzen, aber nun soll auch nicht glauben, dali sich viel geändert habe. Und in der Tat glauben da^ Selbst die /.loni-tcn nicht, wenn sie auch nicht einsehen wollen, und so bald nicht einsehen Wertteil daß die entscheidenden tatsächlichen Voraussetzungen ihrei Aktion von ollem Anfang an. selbst die ganze Zeit der Errungenschaften hindurch, nicht andere, weder günstigere noch ungünstigere waren, als sie heute sind. Mit aller \m stellt sind auch die Nachrichten aufzunehmen, nach denen sich Iiiiii doch eine gewisse Hereitwilligkeit der Araber zur Verständigung mit den Juden zu zeigen beginne. Jedenfalls darf nun sich auch nach dieser Richtung hin nicht zuviel Illusionen machen. Selbst wenn mau schon so weit wäre, um den Arabern In ein leidliches Verhältnis zu treten, was ja sehr zu wünschen wäre mehr als das. was Ausdruck der tatsächliche Voraussetzungen ist. wird für uns daraus njcjjj werden können. Lud das Aeulkrstc davon nur dann, wenn wir unserseits die tatsächliche Voraussetzung maßhaltender Klugheit mitbringen. MONOMANIK __ l»ie „Süddeutschen Monatshefte".haben ihre Scptcmbernumtner als Sonderheft „Die Judenfragc" erscheinen und darin Vertreter der verschiedenen Standpunkte zu Worte kommen lassen, außer Juden und Nichtantisetniten auch Judengegner, Maß csvon den letzteren gerade die allerwenigsten und allerverranntesien. vor keiner i ücke zurückschreckenden sein mußten, fällt unangenehm auf. Die indischen Mitarbeiter wußten wohl noch nicht und konnten wohl noch nicht vermuten, daß sie in (iesellschaft von (Iraf Revcntlow und Theodor Gritsch ihre Meinung abzugeben haben werden. # 'v Uebct den Inhalt des Heftes ist im allgemeinen nicht viel ZU sagen. Iis ist ~ä77ch Im iiiehtantisctintisehen Teil nichts da, was man nicht schon von denselben oder anderen Verfassern ebenso gut oder noch besser gehört hätte. Kein neues Wort, das wie eine Hoffnung über dem abgründigen Problem leuchten würde, nichts ok die alte, alte Abwehr, die alte billige Deutschtümelei, die alte zionistische Eixigkcit. die alte Religiosität der schönen Worte, hinter denen nichts steckt..... Einen Augenblick lang glaubte ich allerdings, schon etwas gefunden zu l aben, was über das Niveau der üblichen Behandlung des Judenproblcms hinausreicht, und zwar gerade in einem antisemitischen Artikel von Ernst Jünger Ohne Lustrfhn durchzulesen, blickte ich nach dem Schluß. Da stand: „____und er wird sich vor seiner letzten Alternative sehen, die lautet: in Deutschland entweder Jude zu sein oder nicht zu sein." Das war nun nicht gerade freundlich. IM