Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 6 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 8)
- Belongs to
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ikr ^ästigsten l«ebttlHligkeil einwickelte, last cm jeder von diesen LMCbten hat cm anderes Tor der vielen Tore des Heils geöffnet und das Volk auf einem andern Wege zum Tore (iottes geführt, weil jeder von ihnen in seiner Genialität verstand, das Tor ZU wählen, das den Menschen seiner Zeit und seines Ortes und def Krankheit dieser'Menschen die beste und sicherste Heilung zu bringen imstande war. Der Erfolg ihres Tuns beweist, daß sie immer das richtige Tor zu wählen und den richtigen Weit einzuschlagen verstanden. Will man einen solchen Prozeß naher betrachten, so eignet sich die Bewegung des Chassidismus besonders dafür, da sie sowohl zeitlich als auch ideell uns am nächsten steht: wir selbst gehören ihr ja noch zum Teile an. Iis war vor zirka 200 Jahren. Im religiösen Leben der jüdischen Masse von der oberen sogenannten lomdLschcn Schicht abgesehen trat eine bedenkliche Stagnation ein, die deutliche Anzeichen des Verialles zeigten. Das Religiöse hatte die Lebenskraft eingebüßt uirJ die Religiosität zu etwas Totem erstarren lassen. Die lebendige religiöse Form war ZU einer leb- und geistlosen Uehung, zu einer gewohnheitsmäßigen, mechanischen Handlung degradiert worden Unter solchen Um- - i ständen konnte natürlich das jüdische Volk nicht gedeihen und der L'n tergang schien fast unvermeidlich. Da trat der Baalschcm auf: Wie ein Blitz erhellte er die Dunkelheit der Nacht und brachte Rettung. Y.r riü eine neue "Pforte auf. aus der neues Licht und neue Lebenskraft der lüdischen Masse Zuströmten und sie zu neuem Leben erweckten. Wieder vollzog sich eine Verjüngung des alternden Volkes. Ks war aber ein kühner Weg. den der Baalschcm ZU betreten wagte, jj vielleicht der kühnste, der je eingeschlagen wurde. Selbst die (iroßen m Israel zauderten lind zweifelten, ja protestierten und bannten. Ks war nicht leicht zu erkennen, ob es wirklich eines der Tore des Heils war. das so plötzlich aufgerissen wurde. Aber nur eine verhältnismäßig kurze Zeit hielten die Zweifel an. Haid hatte man die Wanderer des neuen Weges am Iure (iottes wieder gefunden und erkannte. daR es ein heiliges Licht war. das sich da crgoB: daß die Flamme, die da aufschlug, eine Hamme (iottes sei. Selbst die schärfsten (iegner fingen an. ihr Antlitz diesem Lichte zuzuwenden, sich an seinem Olanzc zu erfreuen und' den Segen /.u genießen. Denn großen Segen hat diese Hcwcgung dem jüdischeu Völke gebracht Die unverkennbare lebendige Religiosität der Ostlüdischen Masse in den letzten 200 Jahren ist ein lebendiges Zeugnis dafür. Seit einiger Zeit durchlebt das jüdische \ olk wieder eine religiöse Krise. Wenn die aufgetauchten neuen Probleme nicht in befriedigender Weise gelöst werden, so untergraben sie das jüdische Leben und führen es dem Untergänge zu. Ls ist höchste Zeit, daß etwas getan werde. Jetzt die Händfc in den Scln>ß zu legen und die Dinge sich selbst zu überlassen, wäre ein Verbrechen, das nie wieder gut gemacht werden könnte und sich Iwsonders an unserer Jugend schwer rächen würde. Ks muH wieder ein neuer rettender Weit betreten werden. Nun haben sich Menschen zusammengefunden, die unter der Pflhrung -Nathan Birnbaums mit dem Rufe ..Aufwärts!" bescheiden versuchen, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Baß ..leidenschaftliche IM