Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 5 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 143 (sequence 21)
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Docli selbst wir anderen, die wir uns um historische Anerkennung unseres Lebensprinzips, des Mutton Thauro mühen und' zinrteieh um Met'olgung der Thon — auch wir bedürfen der Gläubigkeit, um im Sinne unserer Religion zu leiten. Ja, geht doch Maimonides H. Jen. hau., VIII, 1 2 so weit, zu sagen: Alle Wunder der WUstenwanderung einschließlich der Spaltung des Schilfmeeres haben nicht entfernt in dem Maße wie die Gesetzgebung am Sinaj dazu gedient, um Israels (Hauben an Moses' Sendung zu festigen, wie es fix. \'>.t> hrilit: ..Ich komme zu dir in der Wolke, damit das Volk höre, wie ich mit dir spreche und auch an dich ewig glaube." Demnach hält Maimonides die Gesetzgebung seihst in höherem Maße als die anderen Wunder für ein Mittel, das den (Hauben festigen sollte, — es ist also ein müßiges Spiel mit Worten, wenn ein sonst so ideenreicher Kopf w ie Dr. C. C. in seinem Pessacharlikel im ..Israelit" \'>Mt gegen die Vorstellung Sturm läuft, daß es im Judentum einen ..(Hauben" gebe. 5. Ein Kind ihrer Zeit und für uns inhalstlos ist auch Mendels oh ns These in seinem „Jerusalem", es gehe im Judentum kein einziges Geliot etwas zu glauben oder nicht zu glauben, sondern nur (iebote, etwas zu tun oder nicht zu tun. Das hat im Zeitafter der Psychologie und der naturgesetzlichen Erforschung des Unterbewußtseins keinen Sinn mehr, Glaube ist ja nicht nur ssur mero. Abwehr jedesjvifneiiieiiden Gedankens, sondern zugleich asse tauw, stetige Verbundenheit und Durchdringung mit dem Inhalte der Offenbarung. Gewiß sind unsere Gesetze Tatvorschriften. Sie sind aber dafür nicht bestimmt, aus uns Mechanismen bloU äußerlichen Gehorsams zu machen, sondern sollen ganz gewiß unser innerstes Herz in ihren Hann ziehen, sollen, wie übrigens in Wirklichkeit, von außen nach innen wirken. Selbst im Dekalo« ist der Aniaug ein Gedanke, der Glaube au den einzigen Gott, unseren torloser aus Aegypten, und das Ende eine geistige Forderung, das Verhol des Gelüstens. Darauf weist eine bekannte Ueberlieferung des W. Israel haa| Schemtauw hin. Gerade diejenigen Gesetze, die wie Pom. ' Sehaatnes und andere Chukkim eine Einwirkung auf unser bewußtes Seelenleben nicht aufweisen, hätten wir uns, da uns etwas Zweckloses nicht denkbar, als Erziehung unseres unter- oder unbewußten Lebens zu denken und hätten der Zeit zu harren, die uns auch in diese Zusammenhänge Einblick gew ährt. Die S e e I e-n h a 11 u n g aber, aus der w i r bis dahin, wenn überhaupt aus aufrichtigen und durchsichtigen Motiven, die (j e s e t z e (i o 11 e s befolgen, hat eben den Na m e n Glauben zu beanspruchen. Davon läßt sich nichts abhandeln. (>. Wo es aber Glauben gibt und der Glaube nicht uferlos alles Denken fortschwemmen soll, wie bei den ..Magschimim" der vormaimonidi-