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Der Aufstieg · 1930-09-01 · 4 (9.1930) · p. Seite 114

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
4 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 114 (sequence 15)
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antireligiösen Stoffen vor. Schließlich wurde — der Gipfelpunkt dieses beispiellosen methodischen Irrtums — eine ,.S p e z: 1 a I f a b r I k für gottloses Spielzeug" gegründet. Bekanntlich gibt es aber gute und böse Narren. Daß die Sowjetherren zu den bösen gehören, dafür haben sie schon übergenug Beweise geliefert. Einer davon Ist ihr Verfahren gegen die Kinder der enteigneten ..Klassenfeinde." Frau Krupskaia, die Witwe Lenins, veröffentlicht In einer Zeitschrift Tir das Schulwesen einen Artikel über den sowjetischen Kampf gegen die Kinder der enteigneten Großbauern (Kulaken). Darin helOt es: ..Es kommt oft vor, die Eltern sind verhaftet, das Kind weint und erweckt vielleicht Mitleid, aber-niemand hat den Mut, einen Kulakensohn aufzunehmen. Manche diese' Kinder laufen vom Hause weg, aber auch das ist vergeblich, sie können steh nicht von dem durch ihre Abstammung auf ihnen lastenden Makel freimachen Sie sind gezeichnet . . ." Es Ist schön, daO die Witwe Lenins getflclt. was Wirkung des Lebenswerkes ihres Mannes ist. Aber sie wird's nicht bessern. Die tollhäuslerischen „Proletarier", die proletarisierte Menschen nicht als Proletarier anerkennen und einen Proletarier-Adel schaffen, werden so lause toben, bis ihre Stunde gekommen ist. EINE UTOPIE Auf den letzthin stattgefundenen Beratungen des zionistischen Aktionskommittees hat Welz mann folgende Worte gesprochen: „Nie wird es einen Judenstaat geben! Im Nebel der Kriegsjahre und der ersten Nachkriegsjahre haben Balfour, Lloyd George und ich an den Judenstaat geglaubt. Damals habe ich gesagt: Palastina soll so Jüdisch werden wie England englisch! Die Nebel sind verflogen. Ich sehe klar und habe den Qlauhen an den Judenstaat verloren! Er wird nie sein. Im Mandat steht: Nationalheim in Palastina. nicht Palästina als Nationalheim! Das ist kein Judenstaat. Vom Judenstaat zu reden, ist nur gefährlich, jfch glaube nicht an den Judenstaat." Nicht anders hat sich Ruppin, der anerkannte Siedlungsfachmann der zionistischen Partei geäußert. Er bezeichnete es als Utopie, wenn von Jüdischer Majorität in Palästina gesprochen wird. Falls wir es in dreißig Jahren auf eine Million Juden in Palästina brächten, dann würden sich die Araber inzwischen auf eine und eine halbe Million vermehrt haben.-Ruppin bekannte sich zum Programm des „Briss-Scholaum", — oder genauer, da es im „Briss-Scholaum" selbst zwei Lesarten gibt — zur Idee des Zweinationen-Staates. Im übrigen sind die konkreten Vorschläge des .".Briss-Scholaum'. die man «nit Spannung erwartet hatte, nicht sehr ermutigend. Indem sie im wesentlichen auf die Einsetzung der verschiedenartigsten gemischten Kommissionen und Komitees abzielen," setzen sie eine ausreichende Stimmung für die „Mischung", einen entschiedenen Einigungswillen voraus. Gerade daran scheint es doch aber, zumindest auf arabischer Seite, zu fehlen, und ein Mittel, ihn hervorzurufen, wird nicht angegeben. JIDDISCHE B HC H TSC HBEIBITIf6 UND JUDEIfTDH In Rabka, einem polnischen Badeorte, In dem die Sommerkurse des „Ba|t Jakow"-Lehrerlnnen-Seminars abgehalten wurden, fand letzthin eine. Konferenz statt, die sich mit der jiddischen Rechtschreibung befaßte. Anwesend waren Dozenten des Seminars und andere: I. L. Orlean. Dr. S. Birnbaum. M. Deutscher. 119

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