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Der Aufstieg · 1930-09-01 · 4 (9.1930) · p. Seite 115

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
4 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 115 (sequence 16)
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Rabbiner,1, Horowiiz, M. Hcitncr, L. Wac/arz. Ui. Landsberg, A. S. Friedmann, A. (j. Fridcnzoii.'S. Szcnirer. Die Konferenz faßte, nach dem in der Schrift ,. liddischkelt in Lusehn* („Judentum und Sprache")* von Dr. S. Birnbaum, gemachten VorehUg*. den Beschluß, die ' bisher übliche Orthographie abzuschalten und an Ihrer Stelle eine neue in der Kcnanntcii Schrift ausgearbeitete linzufuhnn. die auf der einstigen traditionellen Orthographie basiert und die l-honetlschcn Tatsäehlichkcitcn und pädagogischen Notwendigkeiten ganz anders berücksichtigt als die bisher gebräuchliche Orthographie. Die hlnführunt; ctM-hicht zum Teil sofort in den „Bajs Jakow'-Sehulen und wohl bald auch in dir orthodoxen jiddischen Literatur und Presse. I>lo Konferenz Ist als Anregerin.zur Besinnung auf das Wescnsjiidischc zu hegniUcll. Die heute in der orthodoxen Presse Kongrcßpolens und Qalizicns übliche Sprache und Rechtschreibung ist von der modernen Literatur vor dem Kriege übernommen worden. Dort stammte sie von den Maskilim der älteren Zeit. Diese halten, ohne eine Spur von sprachwissenschaftlichem Verständnis und indischem Ocfühl, in ihren Schriften zusammen mit der einstigen Literatursprache auch das verhältnismäßig gute Ocbaudc der früheren jiddischen Ortho gtaphl« zertrümmert und ein systemloses Machwerk an seine Stelle gesetzt. Mieses drang dann allmählich auch in den traditionellen Kreis ein. den Sicgcszuu des Maskilismus bezeichnend. Inzwischen ging hei den neuen Maskilim, den Nationalisten, auf -dem Ocbietc der jiddischen Sprache und Rechtschreibung eine bedeutende Aeiukrung vor sielt. Man sah ein, wie sehr man die Sprache verunstaltet hatte, und erkannte die grolle Mangelhaftigkeit der herrschenden Schreibung. Das führte, begünstigt durch die seelische Unisturzwellc der Revolution, zu einer gründlichen Umgestaltung. Ihr Ergebnis ist die moderne, neumaskilischc Orthographie, von der die bolschewistische eine radikale Spielart ist. Orthodoxcrscits wurde die neue Rechtschreibung in den beiden litauischen I andern übernommen, während man anderwärts zäh an der altinaskilischen festhielt. , Das neue System läßt zwar sehr viel zu wünschen übrig, ist aber immerhin besser als das altmaskilitcbe — in jüdischer Hinsicht jedoch unterscheidet es »■eh nicht von ihm. Cs ist seine Fortsetzung, trotz gewissen Parallelen zur traditionellen Schreibung, die in der Natur der Sache liegen. Orthodoxe Hücher oder Zeitungen in „moderner", hebräischer oder ddischer. Sprache und Orthographie, sind ein Widerspruch in sich selbst Ami n< uns Judentum und Herrschaft rmtskilisch-atheistischcr Sprache und Schreibung sind unvereinbar. FOB D1K SAHANNEX Bd dem Marannen-Komitcc In Hamburg sind infolge unseres AppeHs in Heil 2 des „Aufstieg" eingelaufen: Mk. 10.—- von Herrn Max Ansbacher lir. Frankfurt a. M. und Mk. 3.— VOg Herrn Moses Wcisz in Bratislava (Preßburs». Im Befolgung dieses Beispiels wird gebeten. I'NFHKIWH.LltiKB Hl HÖH Unglaublich, aber wahr: Die Schweine sind auf dem Wege, sieb ein großes Verdienst um die „Rehabilitierung" der Schächtmethode zu erwerben. Norwegeu bat namlicb in diesem Jahr ein Schächtverbtrf eingeführt, das auch auf die 114

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