Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 4 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 113 (sequence 14)
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viel nicht überwundene Abneigung. Aber »I* fassen mutig an, sie kommen entgegen und menschlich naher, ||c wissen das Zusammen- und das üctrenntarbeten richtig einzuteilen. Wir aber bringen es durchaus nicht zustande, unsere westliche Steilheit auch nur ein klein wenig zu mildern, um den östlichen Brüdern in ihrer etwa» zu sorglosen Aufgetautheit nicht gar so fremd zu erscheinen, und sind anderseits auf das Prinzip gemischter Organisationen, des. ..AHc-untcr-clnen~Hut-Brlngcns", wie versessen. Das altbewährte Sprichwort: üetrennt marschieren und vereint schlagen scheint für uns nicht zu bestehen. Durfte doch der Karlsruher Gewährsmann des „Israelit" schon mit der von ihm ,iuch geäußerten Meinung, daB der Ostjüdische Verband in Deutschland an sieb notwendig sei, in der Orthodoxie Deutschlands ziemlich vereinsamt dastehen. ..Wir kennen keinen Unterschied zwischen West und Ost" schallt jedem entgegen, der einer solchen Notwendigkeit das Wort spricht. Als ob es nicht vernünftiger und — wahrhafter wäre, den Unterschied, über den ja für Niemanden c.n Zweifel bezieht, ruhig anzuerkennen und aus ihm für die -gemeinsame Sache Nutzen zu ziehen. Kurz man kann sich auch einen Ostjüdischen Verband vorstellen, auf dem statt des Zionismus das überlicferungstrcue Judentum seine Hand gelegt hat. Oder kann nun sich's eben nur vorstellen? . . . DAN «ROSHK IRRENHAI N Da war jungst in einer deutschen Zeitung ein Artikel über die Rcligionsverfoheungen in SowjctruBIand zu lesen, in dem unter anderem gesagt wurde, daB sich diese Verfolgungen wohl auch gegen andere Religionen richten, aber daB sie im Urunde und in erster Linie dem Christentum gelten. Diese Behauptung darf nicht unwidersprochen bleiben. Selbstverständlich werden bei der ungeheuren Ueberzahl der russischen Christen mehr Christen als Juden und Mohammedaner betroffen. Aber Im Verhältnis stehen die Christen gar nicht den luden voran — es wurde sogar schon das Gegenteil dargetan — und was de flaupihachc ist: Den Sowjetgew altigen liegt es wirklich recht ferne, über die einzelnen von ihnen verfolgten Religionen nachzudenken und zu untersuchen, welche von ihnen mehr und reiner das gegensätzliche Prinzip zum Sowjetismus darstelle, welche sozusagen religiöser sei. Und wenn sie schon solche Untersuchungen anstellen wollten, sie könnten es ja gar nicht — in ihrer unübertrefflichen Flachheit, Woher soll die Katze Klavier spielen können? Nein, die bolschewikische Tiefe reicht gerade noch so weit, um gegen dte_jRcligion im allgemeinen, als „Opium für das Volk" Krieg zu führen. Von einem solchen Krieg gegen die Religion im allgemeinen sprach auch der russische Bischof Serafim in einem Vortrage in Herlin, wenn er auch naturgemäß die Beispiele der Verfolgungen und des Widerstandes aus dem Kreise seiner Kirche brachte. Aus seinen Mitteilungen Ist als besonders interessant hervorzuheben, daB der „berühmte" Fünfjahrplan des Herrn Stalin nicht nur im wirtschaftliches, sondern auch ein antireligiöses Programm hat. Nach diesem soll es bis zum Oktober IM." in der Ukraine 29 Millionen organisierte und registrlerte OottiOM geben, ein Ziel, dem vor allem 220.000 „antireligiöse Zellen-* davon ISO.«»» in den Schulen - durch entsprechende Volksaufklärung entgegemafctrefetn haben. Außerdem sieht der Plan M antireligiöse Museen und Ü Reiseaussiellungen vor. und behält 10 Prozent der gesamten Filmprodukt et» fit