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Der Aufstieg · 1930-09-01 · 4 (9.1930) · p. Seite 111

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
4 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 111 (sequence 12)
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BEItlEKMlftbEN DIK DEtTTftCHElf KKll HSTAÜSM AHLKN Der Ausgang Ucr deutschen Reiehstagswahlcn hat in der jüdisJicn Welt ein grobes Unbehagen, hervorgerufen 107 Nationalsozialisten! Dazu noch Deutach» nationale. Konservative. Chrlstliehviziale usw., die ja bekanntermaßen den Juden auch nicht besonders hold sind. Und selbst die Staatspartei, die früheren Demokralen, antisemitisch unterwühlt1 Auch im Zentrum in irgendwelchen Ciruppen der alte JudenhaU ..... Was soll daraus werden? Könnte es nicht Sogar zu Pogromen kommen zu ausgewachsenen, nicht bloß zu den kleinen Anfällen Ruf ein/eine luden, wie sie von den Nationalsozialisten ohnehin schon recht lange gcilht werden?...... Nun. man kann ja nie sicher Wilsen, was in einem verzweifelten und grau-' aam eintauschten Volke, das die Heilte teils leichtsinniger, teils gewissenloser Metzer ward. möglich ist. Allein es besteht doch eine gewisse Hoffnung, daii der Mnn der Deutschen für Disziplin und Ordnung noch immer so stark ist, um M.isseii.uisschreitiiiigcn gegen die .Inden zu verhüten, besonders wenn sich eine starke, entschlossene Regierung gegenüber den unruhigen Klementen behaupten »ollte. Minsichtlich amierer Polgen des MVahlausfaHes ist weder übertriebener Optimismus noch übertriebener Pessimismus am Platze. Einerseits darf man nicht 'glaubeii, daü durch Irgendwelche parlamentarische Koalitionen Lesen d'-n Nationalsozialismus, selbst wenn sie erfolgreich sind, die Tatsache des luden« feindlichen Musscnxotums vom H. September und dl« Stimmung Ketten die Juden, aUl die es hinweist, aufgehoben werdet!'.. Unter« Situation bleibt kritisch. Anderseits können wir einiget maüci: der Erfahrung trauen, dafl in der Politik die Wilden zahmer werden und werden müssen, sobald sie nach oben gelaunt sind. Im übrigen Ist für uns entscheidend, da« die Ordnung aufrechterhalten bleibe. Sie ist noch immer die-stärkste Uarantie für unsere verhaltnismäUlge Sicherheit. Wo sie gestört ist, sind wir zuletzt immer mittelbar, oder unmittelbar Opfer der Störung. \ •.''■.« Was wir selbst aber für uns tun können? Weniger Politik treiben -!tir Unwert für uns hat sich im Laufe der Jahrzehnte In Steigenden Made, bei de« ihcn verflossenen Reichstagswahlen in katastrophaler Deutlicnkeit herausgestellt . nicht allen modernen Maulhelden nachlaiilen. von uns aus alles aufbieten, um die keibungsflüchen zwischen uns Und den anderen zu vermindern, in altjüdischer Einfachheit und FrOnunigkeil leben und nach Vervollkommnung streben. »Torr 7.1 yi denken Die ..Deutsche Allgemeine Zeitung", die frühere „Norddeutsche Allgemeine Zettimg*1 und schon deshalb dem groBten Teil der deutschen Juden dringend verdachtig. tritt letzt für eine Kechtskoaltlion unter P.inschluB der Nationalsozialisten ein. Hei dieser Gelegenheit sagt sie: „Wir brauchen hierüber in der „DAZ" keine langen Worte zu machen und nicht erst zu beweisen, daü wir den Antisemitismus, als eine kulturwidrige und politisch verderbliche Strömung ablehnen. Leider aber züchten manche Jüdischen Kreise den Antisemitismus in unglaublicher Verblendung selbst. Provokationen Andersdenkender, wie letzthin die sinnlosen Aeulicrungen Emil Ludwigs oder wie die Theateraufführungen kommunistischer und anarchistischer Stucke in Herlin. die alles in den Kot zerren, was der erdrückenden Mehrheit des Volkes in seiner Oeschichte und Lebensart heilig ist. m

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