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Der Aufstieg · 1930-09-01 · 4 (9.1930) · p. Seite 110

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
4 (9.1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 110 (sequence 11)
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von dem Prziehungsstande der Masse versetzt sehen, dus uns überwältigte, als wir den Sabbat in den eisernen Klammern der mechanisierten Wirtschaftsform erblickten? Darauf sei zur Antwort gesehen: Sachen, Maschinen, die Börse, der Weltmarkt, alles dieses sind rationale Mächte, dem Gesetze der Quantität unterworfen: Die Vielen sind stärker als die Wenigen. Die Seele aber, die Person, das göttlich Irrationale eignet keinem quantitativen Kräftevergleich; sie ist allmächtig, unbezwingbar. Hier gilt ein anderes Oesetz. Hier kann selbst der Einzelne ungeheuer Großes dulden und leisten, wollen i<nd vollbringen. Hier beginnt — das Wunder, das Wunder des jüdischen Menschen. Hier schaut die Seele der Welt ins Auge, durchschaut diu Welt in ihrer Hohlheit und Halbheit und Ohnmacht und entgeistet liegt die Welt am Boden. Die Kraft Oottes kommt über die Seele, über jede einzelne Seele. - V -•'' Sei stille, so du Gottes inne wirst und erfülle dich mit Vertrauen zu Ihm! Wirf auf Ihn deinen Lebensgang. Er wird's schon machen. Nachbemerkung der Redaktion. Mit der ihm eigenen Kraft hat Carlebüch in dem vorstehenden Artikel den richtigen und wichtigen Gedanken herausgearbeitet, daß man den Sabbat nicht isoliert behandeln, im Kampfe um den Sabbat nicht von der Linie des ganzen Judentums abweichen dürfe. Er hat sicherlich auch recht, wenn er dem inneren Antrieb und Willen zum Sabbat, zum Judentum den Vorrang vor den äußeren Maßnahmen gibt, die zum Schutze des Judentums vorgeschlagen und etwa auch durchgeführt werden. Allein er vergißt — offenbar in der Lebhaftigkeit, mit der er an der Präge beteiligt ist — daß dieser Antrieb und Wille in ihrer elementaren Unabhängigkeit von äußeren Bedingungen sich nur in verhältnismäßig wenigen begnadeten oder zumindest bevorzugten Menschen freiwillig offenbart, bei den Durchschnittsmenschen aber durch ihre Hineinstellung in Konstellationen, die seiner Entfaltung nicht hinderlich sind, und durch Erzielung hervorgeholt werden muß. Die Urheberschaft der reinen Idee wird durch entsprechende Arbeit, zu der es ja ohne sie nicht kommen könnte, in keincr Wcise in Präge gestellt. Wohl aber kann — umgekehrt — der Sieg der Idee — in unserem Palle des Sabbats, bzw. des Judentums — arg gefährdet werden, wenn man sie dem rein persönlichen Ungefähr überläßt. Wir Klauben, daß wir unsere bisherige Passivität schon teuer genug bezahlt haben, so daß wir es jetzt endlich einmal mit der Aktivität — allerdings nicht mit einer bloß technisch-organisatorischen — versuchen sollten. IM

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