Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 4 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 109 (sequence 10)
- Belongs to
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ihnen den Sabbat erschwere. Wieviel oder wie wenig haben von der ihnen offenstehenden Wahl zwischen dein jüdischen und nichtjüdischen Ruhetag Gebrauch gemacht? Zusammengefaßt: Der Sabbat ist kein isoliertes Problem; er ist das Problem der Religion, des höheren Menschentums überhaupt, der i nneren Befreiung des Juden von den Bindungen einer sinnlosen Wirtschaftseinstellung, für die es gedanklich keinen Sabbattag, kein Sabbatjahr, kein Jahr des „Erlasses", kein Jahr der Wiederherstellung (Jauwel) gibt, wo alles Edle in der Menschenbrust unter der Peitsche des Wirtschaftsinteresses verkümmert. Das Sklaventum der schwarzen Rasse hat die neue Zeit abgeschafft, um dafür eine Versklavung der Allmenschheit **f unter eine ökonomische Ordnung einzuführen, in welcher der Mensch zum Mittel zum Zwecke degradiert, nicht mehr Herr seines Lebens, nicht mehr Vollführer einer freien gottgesetzten Bestimmung ist. Unter dieser Weltordnung hat der Mensch sich gewandelt, ist der seelenlose, sabbatlose, nimmer stille Mensch entstanden. Wenn aber die Sehnsucht nach dem Sabbat nach wie vor im Herzen brennt, wenn die Tribüne des Kongresses von dem Schrei widerhallte: Welt, gib uns den Sabbat wieder!, so erwidern wir: Israel, suche deine Seele wieder, die schlichte, stille, paradiesische Seele; schaffe in dir die Adelshaltung eines andern Menschentyps, des neuen-alten Juden, sei ein Aule, und du wirst die volle Ruhe des Sabbat wieder haben.; Setzen wir nun nicht eine neue Illusion an Stelle der alten Unmöglichkeit? ... W e n n die Menschen andere wären als sie sind, wenn ein neues Geschlecht, wenn, wenn .... Was soll eine Lösung des Sabbatproblems mit einem Wenn oder mit vielen Wenn? Berechtigt unser Wenn zu dem dreifachen Aber, das wir dem Sabbatkongreß entgegensetzten? Ja, wir sind dieser Meinung. Wir meinen, daß das Sabbatproblem in erster Linie eine Präge der Person und nicht der Sache, ein durch und durch persönliches Problem ist und nur in geringerem Grade ein technisch-organisatorisch-wirtschaftliches. Der Sabbat ist Entscheidungsfrage des jüdischen Menschen und nicht der ökonomischen Konstellation, eine Charakter- und Erziehungsfrage der jüdischen Gesamtheit Würden alle Juden Sabbat halten, gäbe es kein wirtschaftliches Sabbatproblem. Würden alle Juden Sabbat halten w o 11 e n. es würde niemand eine Schwierigkeit empfinden. Den Stillen würde Sabbatstille und Sabbatseligkeit unverlierbares Gut sein. Aber es halten doch nicht alle Juden den Sabbat! Was ist uns gewonnen, wenn der Sabbat Frage der Person geworden ist? Erfaßt uns nicht das gleiche Gefühl der Ohnmacht, wenn wir uns so in Abhängigkeit IM