Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 4 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 101 (sequence 2)
- Belongs to
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lausende, (ierade uas aber brauchen wir. Wir müssen ein Programm haben, das uns die Wege weist aus dem großen VVirrsal, in das wir geraten sind. Sünde war es schon, daß wir uns darein ergaben, immer weitere und weitere Kreise in Israel von der Thora abfallen, zu sehen, duß wir uns darauf beschrankten, ihr unsere immer enger und enger werdenden Kreise erhalten zu wollen. Wie konnte es geschehen, daß wir nicht unseren ganzen frier, unsere ganze Hingebung, unsere ganze Wärme, unseren ganzen Geist zusammennahmen, um diesem furchtbaren, unablässigen, immer sich steigernden Abfall zu begegnen, daß wir nicht nach Mitteln suchten, um die verirrten Brüder zum Ouell des Lebens zurückzuführen? Wenn wir vor dem Materialismus, vor dem Rationalismus, vor der mo- - dernen Verlotterung, Verlumpung und Autoritätslosigkeit zurückwichen — wie konnten wir dann erwarten, ernst genommen zu werden? Mit welchem göttlichen oder menschlichen Rechte durften wir auf alle die Energien verzichten, die in jenen Menschen stecken, ohne nur einen Versuch zu machen, sie wieder zu lehren Gottes und Seiner Thora nutzbar werden zu lassen? Wenn wir nicht in den Verdacht kommen wollen, daß Vir seihst zu innerst in unserem Glauben erschüttert sind, so müssen wir diese Sünde endlich bekennen und ihr ein Ende machen. Wir müssen mutige und planvolle Vorstöße in die Welt der jüdischen Freigeisterei unternehmen und dies um so mehr, als es gerade dort schon vernehmlich in den Balken knistert., Wir müssen zur Ausführung dieser Vorstöße ein Zentralinstitut für Förderung der jüdischen Gläubigkeit gründen, das gleichzeitig auch die Arbeit der Wiederverjüdischung , halb und fast ganz verlorener Gruppen, wie z. B. der Maranncn und der Falaschas. in die Wege zu leiten haben wird.*) Und wir müssen durch'"*1' dieses oder vielleicht noch vor seiner Gründung, zunächst in den Städten mit den großen jüdischen Bevölkerungen, örtliche Institute für religiöse Kulturpropaganda unter den freigeistigen Juden schaffen. Sünde war es, daß. wir so taten, als sähen wir nicht, wie in unseren eigenen glauhcnstreuen Reihen die Sünde wucherte. Gewiß bedeutete es einen Fortschritt, daß wir unsere Kräfte zu sammeln begannen. Aber er genügte nicht, da diese Kräfte selber zu schwach waren, ihre Sammlung *) Die Idee der Schaffung eines judisch-religiuscn Zcntralliistitutes, soweit sich nicht blofJ um den Vnrstoii in die Welt der jüdischen Freigeisterei, sondern um \\ iedcrver|üdlschung halb und fast ganz verlorener Gruppen und um verwandte Itcstrehungcn handelt, rührt nicht vom Verfasser des obigen Artikels, auch von keinem anderen Mltgliede der Aulim-Uemcinschaft her. Wir können dtii L'rhehcr vorlaufig nicht nennen, da wir nicht wissen, ob er mit der Nennung einverstanden ist. und wir ihn zur Zeit zu erreichen nicht imstande sind. IM