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Der Aufstieg · 1930-08-01 · 3 (8.1930) · p. Seite 95

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
3 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 95 (sequence 29)
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Et itt nur selbstverständlich, daB diese Banditenpraxis außerhalb RuBtands ein rabbiniSches Verbot, Bücher au« solcher Quelle zu kaufen, hervorgerufen hat. Und es war gant im Sinne dieses Verbotes, daB die ..Jüdische Presse" in Wien vor dem Ankaufe von Sforim, die eine dortige Buchhandlung von den Sowjethindlern erstanden hatte, warnte. Aber die Buchhandlung sandte eine Berichtigung ein. In der sie auf die Schenkungsbeurkundungen hinwies. Ba diese Berichtigung — liegen den Buchstaben des Gesetzes — nicht aufgenommen wurde, hatte sich der Redakteur der „Jüdischen Presse", Herr Dr. Joel Pollak. vor Gericht zu verantworten. Ergebnis der Verhandlung: Die „Jüdische Presse" bringt die Berichtigung, natürlich aber auch, was sie zur deren Entkrautung vorzubringen hat, die klägerische Buchhandlung zahlt die Oerichtskosten. Und die Hauptsache: Doktor Pollak hatte Gelegenheit, vor (Jericht eine tapfere Rede zu halten, in dei er die niederträchtige, räuberische und mörderische Praxis der bolschewikischen Verfolgung der jüdischen Religion und ihrer aufrechten Bekenner darlegte und geiBeltc. JIDKNNTAAT OD KR WICHT? F. Bernstein — Der zionistische Gedanke aal Irrwege«. - Verlag »Die mw Weif. Wien 1929 Nicht oft bekommt man ein Buch, und noch dazu eines, das sich mit politischen Problemen beschäftigt, in die Hand, das durch die Sauberkeit und Lleganz seiner Waffenführung einen so außerordentlichen geistigen UcnuB verschafft Der Verfasser, der zur zionistischen Opposition gehört, weist nach, daB die zionistische Organisation den ursprünglichen Ausgangspunkt des Zionismus: ..Die Juden überall Minorität") verlassen and den entsprechenden Zielpunkt, den Judenstaat, immer mehr aufgegeben hat. Voll unbezahlbar femer Ironie scigt er. wie die Zionlsten ihre Verzichte vor sich selbst mit allerlei um- «etiengten mode-etbischen Manteichen rechtfertigen, wie sie sich tu der modernen überheblichen Verachtung des Staates, der |a bloß „Verwaltvngsapparat" sei. und zum guten Glauben an baldigen Edelmut der Volker bekannten, mir um sich mit einem sogenannten „geistigen Zentrum", mit einem ..binationalen Staat", sogar mit einer nationalen Minderheitsautonomie zufrieden geben zu dürfen Bernstein verrät sich in seinen Ausführungen als einen Mann von wahrhaft staatomannlschem Denken, der die ethisch unfruchtbare politische Pseudocthik unserer närrischen und verlogenen Zelt richtig einschätzt. Und er Ist ein mutiger Denker. Nicht bald macht ihm's ein anderer Zionist nach, xu sagen: „Aber eines muB feststehen: wenn es wirklich wahr wlre, daB die Passungskraft Palästinas mit der Aufnahme von noch etlichen hunderttausend Juden erschöpft wlre, so daB mit einem Jüdischen Jischuw, der ungefähr an die Zahl der Araber heranreicht (man spricht bei uns schon vorbeugend von einer qualitativen jüdischen Majorität), auch das Maximum erreicht wlre, dann bitten wir festzustellen. daB der Zionismus tum Scheitern verurteilt und das Judenproblem nicht tu lösen Ist Es hat keinen Zweck, um die Sache herumzureden. "Dann wlre uns eben nicht zu helfen. Es gibt Individuen, denen nicht zu helfen ist warum soll es nicht auch Völker geben können, denen nicht zu helfen ist?" •i Iii bezug auf die Herkunft dieser Erkenntnis hat ihn die zionistische Geschlchtsschrelbung offenbar falsch unterrichtet

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