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Der Aufstieg · 1930-08-01 · 3 (8.1930) · p. Seite 94

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
3 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 94 (sequence 28)
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zu extremer Milde und umgekehrt zwirnet, ob man will oder nicht, zu der Präge, wie luagc die jetzigen Erleichterungen für die deklassierten Juden anhalten werden? Ob der Himmel über dem jüdischen Städtchen wirklich für längere Zeit heiter bleiben wird? Ob die jetzigen Erleichterungen bleiben werden oder bloB zeitweilig sind, bloB eine Episode der Sowietpplitik bedeuten, die immer im Plussc ist. nie an einem Punkte halt . . . Jetzt ist die Stimmung im Lande zeitweilig eine milde — zeitweilig, well niemand sicher weiß, was in der Sowjetunion im Herbst sein wird, wenn die Regierung sich wieder mit dem Bauer wird mcMcn müssen. Diese Stimmung muß und kann — eben darum, weil viele glauben, dali sie nicht lange anhalten wird, ausgenützt werden, um die deklassierten Juden der Stadtchen ein für allemal und In weitem Umfang in Elemente au verwandeln, die spater nicht mehr vom Wechsel der BevAlkerung werden zu fürchten haben." Es gehört wahrlich ein hoher Orad von Optimismus dazu, erstens, um zu glauben. daB sich eine namhafte Anzahl von Juden so schnell zu qualifizierten Arbeitern werde ausbilde« lassen, und zweitens, daB bei einem Regierung»system. das man selber so charakterisiert, wie wir eben gehört haben, die Ausnutzung einer günstigen Konstellation für immer sicherstellen könne. Als ob es Leuten, wie die Sowjetherrerw gar so schwer fallen müßte, wenn es Ihnen plötzlich nötig erscheint an der Oualifiziertheit einer gewissen Bevölkerung »schichte einen Makel zu finden und als obder Fall gar so auBer Berechnung läge, daB sie einmal wieder Lust bekommen, die Juden den Bauern zu opfern. Doch wozu überhaupt &o weit aasholen, da ja die tatsächliche Unterlage auf welcher der Artikelschreiber seine Darstellung aufbaut, nicht besteht Es ist Ja gar nicht wahr, daB man In HuBland letzt den Juden mehr entgegenkommt als früher. Einer sehr beschrankten Zahl von unter die Vollberechtigten eingereihten Deklassierten steht die ungeheure Masse derjenigen gegenüber, die weiter entrechtet, von allen ErwerbsmögUchkeitcn abgeschnitten, mit ihren Kindern und Enkeln als NichtProletarier geachtet am Verhungern sind. Und das ist }a auch noch nicht alles. Dem Artikelschreiber freilich liegt es ganz ferne, bei seiner Bewertung der augenblicklichen jüdischen Lage die geradezu wahnsinnige Verfolgung von hundertlausenden Juden wegen ihrer Treue zur Vatcrreltgion in Rechnung zu ziehen, obwohl diese Verfolgung nicht im geringsten nachgelassen hat sondern nach neuesten, gut verbürgten Meldungen, im Gegensätze zu dem von der Sowietregierung dem Auslande vorgcinachten blauen Dunst immer häßlichere und grausamere formen annimmt Und auch der gesteigerte Mali, den die Juden seitens des gröBten Teiles des Volkes zu tragen haben, weil man sie für den Bolschewismus verantwortlich macht kümmert den Artikelschrelbcr nicht obwohl dieser HaB nur zu gut geeignet ist eine treffliche Illustration zu seinem .für alle Zeiten" zu werden. für alle Zeiten scheint nur eines sicher: Die Unbelehrharkeit gewisser Juden. UM üOW JKTCBHt HArTi HKK Man muB es ihnen lassen, den Sowjetherren aufs Oeschalt verstehen sie •ich. Sic rauben - in des Wortes verwegenster Bedeutung — den Juden ihre Morim. zwingen sie zu Schenkungsbeurkundungen auf den geraubten Büchern (ganz so wie sie die Rabbiner zwingen, zu bezeugen, dah* das Judentum in Rußland nicht verfolgt werde» und verkaufen sie dann durch ihre Handelsvertreter

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