Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 3 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 88 (sequence 22)
- Belongs to
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jüdischen Leben» im: Einerseits Berufsumschichtung, besonders Verllndlichung. HRMr glclci.«ltjt*r Acndcrung der jüdischen Sicdlungsstruktur Im Sinnt von Konzentration in IQdischen Sledlungselnhelten; anderseits Heraufführung eines die tarne JudenheH umfassenden, nach Lindern. Kompetenzen und Instanzen geordneten, unabhängigen Regimes von ebenso Gottergebenen und thora- U'fMsgtncil wir weltgewandten Männern. Wie wäre es übrigens, wenn z. b. die „Agudas Jisrocl". die an chronischef ..Ziel -\ ericgenheit leidet — um nicht fremde Ziele adoptieren und adaptieren zu müssen die eberrgenannlen Ziele zu den ihrigen machen würde? Sie hatte es sicherlich nicht zu bedauern. UMLERNEN OOKR NICHT? In der Zeitschrift „Deutsche Republik" ist ein „offener Brief an die deutschen Juden" erschienen. Das war noch vor Auflosung des deutschen Weichstages und Ausschreibung dar Neuwahlen, aber sichtlich schon im Vorvi fühl nahender politischer-CnlKhcidungskampfe. Der Brief warnt und tadelt in recht drastischen Worten: „Auf was wartet ihr noch? Auf.das Jahr 1940. wenn die letzt bis zur ßcwuBltosigkeit verhetzte Jugend Im Amt sein wird? Aul eine Besserung der Wirtschaftslage?"... »Was soll aus euch werden, wenn das herrschend« System die heute schon verelendeten Mlllioncr zuletzt gar nicht mehr ernähren kann? Ihr werdet die ersten Opfer sein. Wartet ihr darauf. daB andere euch helfen? Das könnt ihr nur selber. Seid Ihr denn blind? Seht ihr denn nicht, daB nun auch rechts des Rheins eine D r c y f u s z e 11 heraufzieht, daß auch hier der noch nicht entschiedene Kampf zwischen dem Alten und dem Neuen auf eurem Rücken ausgefochten werdcu wird?" „Ihr verteidigt euch kümmerlich mit einigen kläglichen Abwchrverelnen." „fast sieht es so aus. als bittet für euch in fatalistischer Resignation auch In das Schlimmste ergeben. Dann — aber auch nur dann wird es bestimmt schlecht enden." Die Situation. In weiche die deutschen Juden allmählich hineingeschlittert sind und die bAsen Aussichten für Ihre Zukunft sind in dem „Offenen Brief" sehr gut gezeichnet. Der Tadel aber, den sie abkriegen, ist In dem Sinne, in dem er ausgesprochen wird, unverdient. Denn die Juden haben es wahrlich nicht au dem fehlen lassen, was der „Offene Brief", ohne es offen auszusprechen, »•ffenbar von den Juden verlangt: An Intensiver Teilnahme am polltischen Kampf auf Seite der Parteien, die hinter der Zeitschrift „Deutsche Republik" stehen. Es hat nur nichts genützt. Und wenn wirklich der Jüdische Elfer in den letzten Zeitläuften etwas schwacher geworden sein sollte, so mag die langsam vordringende Erkenntnis dieser Nutzlosigkeit dazu geführt haben. Sehr rieht < sagt der ..Israelit", insbesondere aar den fall Rathenati hinweisend: JU» Damit, gegen die reißenden fluten des Judenhasses hat sich dieses offentriche Hervortun der Jaden nicht bewahrt, Es öffnet« umgekehrt alle Schleusen, durch die neue, wilde Weilen einbrachen." Und wir fügen hinzu: Wenn schon die Juden unbelehrbar sind und Immer wieder glauben, durch Politik den Antisemitismuüberwinden zu können, obwohl sfc doch sehen müBten. daB er von Jahr zu Jahr starker wird, w sollten doch wenigstens Minner wie diejenigen, die den „Offenen Brief an die Deutschen Juden" richteten, endlich einsehen. daB die Methode des indischen Vorspanns auf die Dauer ihrer eigenen Sache nichts nutzt und sich an den Juden nur grausam auswirkt. Schon nach der Ausschreibung der Rcichstagswahicn ist im „Hamburger Jüdischen f amillenblait ein Artikel erschienen, in dem ein hochachtbarer. HP»