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Der Aufstieg · 1930-08-01 · 3 (8.1930) · p. Seite 89

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
3 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 89 (sequence 23)
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taoratrcuer Jüdischer Mann. Ministerialrat Haas üosiar. die Aussichten der «kutschen Juden ebenso ungünstig beurteilt wie der vorzltiertc offene Brief und ganz Im Sinne dieses Briefes die .Unterstützung der verfassungstreuen Partelen der Weimarer Koalition als In der Linie einer vernunftgemäßen Politik der deutschet) Juden" gelegen, fordert Wir haben zu dieser ausdrücklichen Forderung dasselbe wie zu der oben besprochenen weniger ausdrücklichen zu bemerken. Dabei Ist es uns nur um den Hinweis zu tun. daB der deutschen Judenhcit «ine gewisse vornehm-bescheidene Zurückhaltung im öffentlichen Leben, bei konservativer Lebensauffassung und Lebenshaltung und bei ehelicher, staatstreuer Gesinnung. — abgesehen von dem inneren Wert einer solchen Einstellung — noch Immer mehr fromme als leidenschaftliche politische Parteinahme. Ratschlflgc für die bevorstehenden Reichstagswahlen erteilen zu wollen. Ulli uns nicht ein. Das überlassen wir rubJg anderen und unter diesen um so lieber dem ..Israelit", als er bei dieser Gelegenheit einige sehr danke»- und beherzigenswerte Gedanken ausspricht. Nachdem er, die deutschen Parteien durchgehend, •dk der Rechten ein klein wenig objektiver behandelt hat. als dies sonst üblich ist. der Demokratie unter Komplimenten bescheinigt hat daß sie „im Niedergange begriffen" ist und daB „NütxMchkeitsrücksicbtcn wo ander* hin weisen", die Sozialdemokratie etwas summarisch als eine „Partei der Staatserhaltung gekaschert hat („eine Stimme für die Sozialdemokratie bedeutet keineswegs ein Bekenntnis zu Karl Marz"), gelangt er dahin, wohin er von Anfang an gelangen will, zur Empfehlung des Zentrums. Er schreibt: „Ja. das Zentrum! Als wir vor Jahrzehnten als erstes unter den Indischen Blattern den Mut hatten, ein Wort für das Zentrum zu reden, wollten uns Freunde nicht verstehen. Gegner fielen über uns her. Bei den letzten Wahlan lassen regnete es. als wir die gleiche Parole ausgaben. Zustimmungen, die gegnerischen Stimmen verstummten ganz. Und viele Im lüdischen Kreise, die nicht zu unseren Gesinnungsverwandten gehören, plädierten letzt, getrennt von uns. mit ahnlichen oder anderen Argumenten, ebenfalls für ein Zusammengehen mit der Partei der katholischen Kirche. Wir bilden uns nicht ein. dieöffentliche Meinung Oberzeugt zu haben, nur daB wir vielleicht, mit den Augen des religiösen Juden, der mehr auf seine vitalen Interessen bedacht Im. etwas früher gesehen haben, was andere und Kurzsichtige erst spater erblickten, eist als sie schon mit der Nase auf die Gefahr stießen.......Was man uns entgegenhielt und auch heute noch von unbelehrbarer Seite entgegenhalten wird, wissen wir genau. Man sagt erstens, es gäbe innerhalb des Zentrums Konventikel. katholische Jugendvereine usw.. die antisemitisch angehaucht sind, zweitens der Klerus sei ein senderbarer Verbündeter für die Abkömmlinge eines Menschenkreises, der unter der spanischen Inquisition und den Reiigloasverfolgungen des Mittelalters so schwer gelitten hat. und man weist endlich darauf hin. da* Zentrum denke, wenn es für unsere Interessen eintritt, an die seinen. Es meine sich selber, denn es brauche die Gewissensfreiheit, die es gegen-ein Schichtverbot ausspielt, für seine Prozessionen und seinen Jesuitenorden. Es lohnt sich einmal, ein für allemal darüber ein klares Wort auszusprechen-. Wenn gewisse Verbinde und Gebilde unter dem Schutze der katholischen Kirche nicht frei von Antisemitismus sind, so wirft das einen Schatten auf die Struktur de« Zentrums, aber seine Politik und seine Taktik bleiben davon unberührt. Die Manner an seiner Spitze sind kaum dafür verantwortlich zu machen.....Der Klerus! Es wäre unrecht und uniüdtsch. wollte man der katholischen Kirche von heute, zumal In Deutschland. Sünden der Viter und Urvller ankreiden.

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