Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 3 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 86 (sequence 20)
- Belongs to
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♦diese 30 Chaluzim sind auf einer fläche anzusiedein, die ihnen erlaubt, unter bescheidenen Verhältnissen eine Familie zu gründen, so daii aus den 30 ChaJuzim 30 Familien werden, also ein kleines Dorf, dem sich dann noch ein judischer Kaufmann und einige jüdische Handwerker anschließen und die auch bald noch einen Lehrer halten können. So wie es katholische und evangelische Dörfer gibt, wird es dann auch einige jüdische Dörfer geben. Bisher war derartiges nicht möglich; die Juden als Händler waren mit der Scholle ihres Dorfes nicht so verbunden, daß eine Existenzverbesserung in der Stadt keinen Anreiz bot. Gleichzeitig mit der landwirtschaftlichen müßte auch eine handu erkerliche Ausbildung ins Auge gefaßt werden. Hier kann es sich nur um Qualitätshandwerke handeln, die geeignet sind, die Zöglinge ' dann zu einem kleinen Fabriksbetriebe auf genossenschaftlicher Basis zusammenzuführen. Bedingung wäre auch, daß dieser Betrieb in dem jüdischen Dorfe Stätte findet, so daß auch hier das jüdische Milieu gewahrt ist: Ohne Zweifel würde eine solche Umschichtung uns Juden*die Achtung der Nichtjuden eintragen und so einer Verbesserung unserer staatsbürgerlichen Position dienen. Doch das wird nur eine erfreuliche Nebenerscheinung sein. Die Hauptsache ist die Frage nach einer Kräftigung des jüdischen Lebens und nach einem Ferment für einen normalen wirtschaftlichen Aufbau. — und diese Frage ist bejahend zu beantworten. Wahrlich, das Ziel ist des Versuches wert! Nachbemerkung der Redaktion. Daß wir mit den vorstehenden Ausführungen unseres geehrten Mitarbeiters in der Hauptsache einverstanden sind, brauchen wir wohl nicht erst zu betonen. Sie sind für uns um so wertvoller, als in Ihnen ein in Crez Jisroel wohnender und für Crez Jisroel tief empfindender Mann für Verländlichung. Oberall, wo sie möglich ist — er hat dabei im besondern Deutschland im Aukc -r also als eine jüdische Hauptaufgabe Zeugnis ablegt. Wir möchten nur bemerken, daß das intensive Studium unseres Thora- Schrifttunts in der vorgeschlagenen landwirtschaftlichen Lehrsiediung u. E. vollends genügt — wobei auch auf das Sprachliche des Hebräischen eingegangen werden soll — während uns das Forcieren hebräischen Sprechens, das unserem geehrten Mitarbeiter vorzuschweben scheint, einer fremden Mentalität entnommen und obendrein, namentlich für Länder, wie Deutschland, ganz aussichtslos dünkt. Auch bezüglich des „sozialen Zieles" glauben wir zur ') Stelle A. D. Oorrkm ..ErltaHig durch Arbeit". Am dem Hebrtitchtn von Viktor Kellner. IM». Berlin. Jud. Vertat.