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Der Aufstieg · 1930-08-01 · 3 (8.1930) · p. Seite 83

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
3 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 83 (sequence 17)
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i-L •" ' ■■ ■: N ■• ZUR WIRTSCHAFTSLAGE IM DER OBTHODOXEM JIDKNHE1T- Von Saly Gels (Tel-Avlv) Es sieht wie eine Kühnheit aus, mehr als fünf Jahre in Erez- Jisroel zu wohnen und dennoch Ober Zustände In dem fern gewordenen Europa urteilen und sogar Wege zur Besserung weisen zu wollen. Doch manche Kühnheit hat aus dem richtigen intuitiven Emp- —fmden heraus sum Erfolg geführt. Diagnose und Resümee der Untersuchung betreffen das Schicksal der orthodoxen Judenheit. Ein ernstes Studium der jüdischen Zeitungen läßt erkennen, daß die gerade in den europaischen Ländern mit einer größeren Jüdischen Bevölkerung herrschende •chronische Wirtschaftskatastrophe am stärksten die Judenheit getroffen hat und in dieser den durch den Sabbat so wie so schon wirtschaftlich eingeengten orthodoxen Teil. Die Vertrustung der meisten Erwerbszweige zeitigte die verheerende folge, zahlreichen selbständigen jüdischen Existenzen das Wasser abzugraben sowie auf die Tüchtigkeit des jüdischen Agenten und Reisenden verzichten zu können, an dessen Stelle der christliche Beamte tritt. Der Trust schaltet die Konkurrenz aus, und die Aufträge lassen sich automatisch einholen. Nach den jüdischen Zeitungen zu urteilen, nimmt die orthodoxe Judenheit im allgemeinen die Situation als ein Patum hin. Es gibt aber Situationen von solch zwingender Qewalt, daß es Selbstmord bedeutet, nicht die Konsequenz aus ihnen zu ziehen. Die Konsequenz kann hier nur die sein, siech gewordene Berufe zu verlassen. Solche Berufe umfaßt, wie gesagt, der von Juden bisher bevorzugte Zwischenhandel, den eine rücksichtslose Wirtschaftsmacht der Produktion durch Herantreten direkt an den Verbraucher vernichten will. Die Versuche einer Umschichtung sind schon alt. Sie begannen mit der Emanzipation, um sich der christlichen Bevölkerung anzugleichen, denn nur in diesem Sinne wurde überall die Emanzipation von ihren Urhebern verstanden, und ein Teil der jüdischen Bevölkerung ging bereitwillig auf das Ansinnen einer solchen Scheinemanzipation ein. Soweit die Versuche einer Umschichtung organisatorischen Charakter trugen, wurden sie philanthropisch und dilettantisch betrieben. Das Programm betraf landwirtschaftliche ' und handwerkerliche Ausbildung und günstigenfalls finanzielle Unterstützung Ausgebildeter. — doch das Wichtigste, die Schutzbefohlenen als Faktor für die jüdische Zukunft einzustellen und demi»

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