Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 3 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 78 (sequence 12)
- Belongs to
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< kschtnk- und Bescherungscharakters auf das zeitlich nahe Channukafest ist nicht zu übersehen. Die jüdischen Buchhandlungen und Verlage auch der traditionellen Judenheit sind eifrige Förderer dieser Entwicklung: „Schenkt Bucher zu Channuka!" nach bekanntem Muster. x Ks soll sogar vorkomjnen. daß Silvester gefeiert wird. Die Erklärung lautet dann höchst einfach, daß es sich ja nicht um ein Pest einer anderen Religion, sondern um einen kalendarisch bemerkenswerten Zeitpunkt des „bürgerlichen" Jahres handle — Diese beiden Erscheinungen sind teils noch nicht durchgedrungen, teils selten. Dagegen ist die vollständige Einbürgerung einer in neuester Zeit von außen übernommenen Sitte in der jährlichen Geburtstagsfeier Tatsache geworden. Es ist bezeichnend, daü mau durch den Hinweis darauf heute Erstaunen, sogar Widerstand hervorruft, obwohl doch nicht der leiseste Zweifel daran sein kann, daß diese dem jüdischen Osteuropa und Orient unbekannte Uebung fremden Ursprung« ist und auch im Westen erst seit kurzem herrscht. Auch die Form des Feierns, wie alle Oeseiligkeit, ist fast gänzlich vom fremden Beispiel bestimmt. Wie und zu welchen Gelegenheiten man zusammenkommt, wie man sich dabei verhält, wie man dabei spricht und singt, welche Lieder ertönen. Blickt man in einen solchen Festeskreis oder in der Synagoge um sich, so lehrt der flüchtigste Blick durch fast geschlossene Lidspalten, "diese Dinge von den Gesichtern abzulesen: Fast jedes Antlitz ist glattgebrannt, Vollbarte gibt es nur ausnahmsweise, Halb-, Viertel- und Hundertstelbarte auch nur wenig. Als Ursache für die Aufgabe des traditionellen jüdischen Bartes gilt natürlich die Rücksicht auf die heute bartlose Umwelt, zu der sich der Kaufmann in diesen schweren Zeiten aus praktischen Gründen gezwungen sehe. Aber einerseits ist die Bartlosigkeit in Europa durchaus nicht neuesten Datums und andererseits hatten die Juden früher kein leichteres Leben und hatten sich genug so wie heute um die nichtjüdischen Kunden zu kümmern. Gegen diese Erklärung spricht ferner der Umstand, daü auch diejenigen, deren Geschäft sie nur auf jüdische Kundschaft verweist und auch die Angehörigen gewisser freier Berufe, die ihnen vollständig oder wenigstens zum größten Teile nur jüdischen Verkehr bringen, sich nicht anders tragen. Die wirkliche Ursache ist die. daß der jüdische Verkehr in seinem Wesen selbst starke Veränderungen erfahren hat. Die Gemeinschaft als solche Ist In Ihrem Wesen als Gemeinschaft geschwächt, die Vereinzelung ra