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Der Aufstieg · 1930-08-01 · 3 (8.1930) · p. Seite 77

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Journal
Der Aufstieg
Volume
Band 1 (1930-1932)
Issue
3 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 77 (sequence 11)
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über jüdische Dinge. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um die Meinung, der Wissenschaften in ihrer christlichen Entwicklung (wobei natürlich nicht das Mindeste gegen sie gesagt sein soll) und das übrigens nur in der am stärksten von der Relegiön losstrcbenden Form, als ob das dem Judentum besser bekommen könnte... ts sei als Beispiel die Aussprache des Hebräischen gewählt Die eigene überlieferte Aussprache hält man für „falsch", was aber in, den „wissenschaftlichen Grammatiken" steht, gilt unangczweifclt. Man ging nicht so weit, die eigene Aussprache abzuschaffen, das war ja von Refigionswegen unmöglich. Aber es kam schließlich dahin, daU die lebendige aschkenasischc Tradition durch maskllische „grammatische" Tendenzen gestört, teilweise sogar zerstört wurde. Und heute gebraucht man sogar die fremde* Aussprache für Transkriptionszwecke: Channuka, Rosch-Haschana. Es soll nicht übersehen werden, daß hierbei auch eine Strömung anderen Einflusses läuft, die allerdings im Wesen denselben Ursprung hat, nämlich von der zionistisch-hebraistischen Seite her. Daß bei einer solchen Einstellung, als deren unbewußtes Motto man „Nur ja nicht volkstümlich!" bezeichnen kann, sich mitunter auch so lächerliche Entgleisungen wie etwa „Morenoth** als hebräischer Plural zu „Morenu" und dergleichen ergeben müssen, ist nicht weiter verwunderlich. In das gleiche Kapitel der inneren Unfreiheit gehört die Barhäuptigkeit bei nichtorthodoxen jüdischen Zusammenkünften, ja sogar in orthodoxen öffentlichen Institutionen, im eigenen Hause, wo schnellstens das Käppchen verschwindet, wenn nicht jüdischer oder nichtfrommer Besuch gemeldet wird. Auf der Qrundlage der Im obigen kurz umrissenen allgemeinen geistig-seelischen Assimilation erwächst die Anpassung der Lebensformen, die sich mit sehr vielen Beispielen belegen laßt. Ms seien einige von besonderer symboltypischer Kraft hervorgehoben. Das Wort Lebensform ist in breitestem Sinne gemeint, umfäßt also auch die religiöse Lebensform. Es ist allgemein bekannt, daß die äußere Porm auch des orthodoxen Gottesdienstes im Westen mehr oder weniger unter christlichem Einfluß steht. Während der Mangel eines jüdischen Synagogcnstiles eine allgemeine alte Erscheinung ist. gehören aber die Erstarrung des Körpers im Gebete. Talar und Bäffchcn des Rabbi, die europäisierten musikalischen Formen erst der neuen Zeit, dem Eindringen des fremden Stiles in alle westjüdischen Bereiche an. In dieselbe Reihe ist die Einbürgerung des Weihnachtsfestes, wie man fast sagen mochte, zu stellen. Die Uebcrtragung seines •F

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