Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 3 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 71 (sequence 5)
- Belongs to
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AT.O» Von Salomo Birnbaum (Hamburg) Der Betriff der Assimilation hat in den letzten Zelttaufen an mancher Stelle in solchen jüdischen Kreisen, die ihn bisher durchaus negativ werteten, eine gewisse positive Färbung anzunehmen begonnen, er wurde sozusagen teilweise rehabilitiert. Man betrachtet ihn unter biologischem Aspekt, als Zeichen der Lebenskraft des jüdischen Volkes: Nur Lebendiges könne Fremdes in sich aufnehmen, es sich angleichen und zum eigenen Aufbau benutzen; die Aufnahme von Fremdem sei demgemäß notwendig und darum nicht ohne weiteres zu verwerfen. Das ist natürlich richtig, hat Jedoch für das Problem der jüdischen Assimilation keine entscheidende Bedeutung. Denn selbstverständliche Voraussetzung für diese Betrachtungsweise ist das Vorhandensein eines Subjektes, das lebt, das wohl Unterschiedenes aktiv sondert und das Richtige sich einverleibt. Für liberale oder nationalistische Weltanschauung erhebt sich hier keine Schwierigkeit. Die jüdische Religionsgemeinschaft, bzw. dar jüdische Volk existieren ja; soweit diese Gemeinschaft sich nur von anderen Gruppen unterscheidet, braucht ihren lebendigen Einverleibungsgelüsten kein Hindernis in den Weg gelegt zu werden. Aber dem wahren jüdischen Volke erhebt sich hier erst das Problem. Es ist erst zu untersuchen, ob und wo wirklich das Subjekt vorhanden ist. Mit anderen Worten: ob die verschiedenen Gruppen jüdischer Abstammung, in Vergangenheit und Gegenwart, alle von volljüdischer Lebendigkeit sind, wirklich jüdisches Subjekt darstellen, wieweit es da Unterschiede wesentlicher oder Quantitativer Natur, ob es da nicht auch Gruppen gibt, deren jüdisches Sein so schwach geworden war oder ist, daß von Sonderung und Einverleibung nicht mehr die Rede sein kann, sondern von einem Gefäß, in das fast wahllos alles mögliche von außen her einströmte und das davon zersprengt wird. Wie läßt sich die Existenz des jüdischen Subjekts erkennen? Nach dem Vorhergehenden, in umgekehrter Schlußrichtung gefolgert, daran, daß jene „negative" Assimilation grundsätzlich unmöglich gemacht ist. Wo aber nimmt man das Maß her, um zu entscheiden, wann man es mit dieser Assimilation zu tun hat? Das Untersuchungsobjekt kann dazu nicht dienen, denn es. soll ja auf seine jüdische Subjekthaftigkeit erst geprüft werden* Doch bietet uns diese Frage Im Grunde nicht die mindeste Schwierigkeit, da wir uns Ihr nicht auf